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Wiesbaden
48 Milliarden Euro gaben die Unis aus

Wiesbaden. Am meisten Geld investierten die Hochschulen im Jahr 2014 ins Personal.

So viel Geld wie 2014 gaben Hochschulen in Deutschland noch nie aus. 48,2 Milliarden Euro sind in Lehre, Forschung und Krankenbehandlung 2014 investiert worden. Das ist fast doppelt so viel wie noch vor 20 Jahren, als die Ausgaben bei 24,9 Milliarden Euro lagen, und immerhin 4,1 Prozent mehr als noch 2013. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden lagen die Investitionen vor drei Jahren bei 46,3 Milliarden Euro. Erste Hochrechnungen für 2015 gibt es noch nicht, die Zahlen seien erst von den Landesämtern eingegangen, hieß es beim Statistischen Bundesamt.

Am meisten Geld verschlungen hat das Personal, das an den Hochschulen angestellt ist. Die Kosten lagen für 2014 bei 27,9 Milliarden Euro. Dieser Ausgabeposten war auch schon in den Jahren zuvor am größten - 2013 gaben die Hochschulen 26,6 Milliarden Euro für ihre Mitarbeiter aus. Vergleichsweise gering beläuft sich der Sachaufwand, der 2014 16,3 Milliarden Euro betrug. Auf die Universitäten ohne medizinische Einrichtungen und Gesundheitswissenschaften entfiel 2014 ein Ausgabevolumen von 19,6 Milliarden Euro - das waren 3,3 Prozent mehr als 2013. Fast zehn Milliarden Euro gingen an die Fächergruppen Naturwissenschaften, Mathematik und Ingenieurwissenschaften.

In die Bereiche Veterinärmedizin und Sport haben die Hochschulen am wenigsten investiert, nämlich 179 beziehungsweise 184 Millionen Euro. Die medizinischen Einrichtungen mit Gesundheitswissenschaften der Universitäten dagegen wendeten für Lehre, Forschung und Krankenbehandlung 21,8 Milliarden Euro auf und damit 4,6 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Die Ausgaben der Fachhochschulen erhöhten sich gegenüber 2013 um 5,8 Prozent auf sechs Milliarden Euro.

Die Ausgabensteigerungen konnten die Hochschulen zu einem beträchtlichen Teil über höhere eigene Einnahmen finanzieren. Die Einnahmen aus wirtschaftlicher Tätigkeit und Vermögen, die zu mehr als 90 Prozent von medizinischen Einrichtungen als Entgelte für die Krankenbehandlung erwirtschaftet wurden, erhöhten sich um 4,2 Prozent auf 16,4 Milliarden Euro. Außerdem warben die Hochschulen im Jahr 2014 Drittmittel in Höhe von 7,3 Milliarden Euro ein. Die Drittmitteleinnahmen sind in erster Linie für Forschung und Entwicklung an Universitäten einschließlich medizinischer Einrichtungen und Gesundheitswissenschaften bestimmt. Wichtigste Drittmittelgeber der Hochschulen waren die Deutsche Forschungsgemeinschaft mit 2,4 Milliarden Euro, der Bund, der 1,9 Milliarden Euro investierte, sowie die gewerbliche Wirtschaft mit 1,4 Milliarden Euro. Die Einnahmen der Hochschulen aus Beiträgen der Studierenden gingen 2014 um 6,3 Prozent zurück und lagen bei einer Milliarde Euro. Grund für den Rückgang ist, dass immer mehr Hochschulen die Studiengebühren abgeschafft haben. Rund ein Fünftel, nämlich 10,3 der 48 Milliarden Euro, gab das bevölkerungsreichste Bundesland aus. Hinter NRW folgen Baden-Württemberg und Bayern mit jeweils mehr als sieben Milliarden Euro, am wenigsten Geld gab der Stadtstaat Bremen für seine Hochschullandschaft aus - 438 Millionen Euro.

Insgesamt wurden für Bildung, Forschung und Wissenschaft nach Angaben des Statistischen Bundesamts 265,5 Milliarden Euro investiert, 3,2 Prozent mehr als noch 2013. Begünstigt wurde die Entwicklung durch den Kinderbetreuungsausbau und die Zunahme von Forschung und Entwicklung. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt 2014 wurden mehr als neun Prozent für Bildung, Forschung und Wissenschaft verwendet.

(esc)
 
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