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Düsseldorf
Der erste Job nach dem Studium

Düsseldorf. Expertentipps für den Start ins Berufsleben und das Verhalten am Arbeitsplatz. Von Karin Wilcke

Ihre Studienzeit ist zu Ende, Sie haben sich erfolgreich beworben und nun steht der erste Arbeitstag an. Mit ihm beginnt eine neue Phase: die Probezeit, die bis zu sechs Monate dauern kann, und in der Sie natürlich den bestmöglichen Eindruck machen wollen. Sie möchten zeigen, dass Sie genau der oder die Richtige für den Job sind. Außer Ihrem Fachwissen verlangt das aber ein wenig Fingerspitzengefühl.

Zunächst erwarten Sie vom ersten Tag nicht zuviel, denn für alle anderen in der neuen Firma ist es ein ganz normaler Arbeitstag. Falls sich niemand die Mühe macht, Sie Ihren neuen Kollegen vorzustellen, tun Sie das selbst. Es reicht, wenn Sie kurz Ihren Namen nennen und in welcher Funktion Sie eingestellt wurden. In manchen Unternehmen wird eisern gesiezt, in anderen duzen sich alle. Warten Sie, bis man Ihnen das Du anbietet, auch wenn der Umgangston der anderen noch so locker scheint. Knüpfen Sie Kontakte, schließen Sie sich anderen an, die gemeinsam in die Kantine gehen. Aber halten Sie sich unbedingt zurück, wenn im kleinen Kreis in der Teeküche über Kollegen gelästert wird.

Ihr Handy lassen Sie am besten in der Tasche, denn mit dem ständigen Blick aufs Display macht man sich ganz schnell unbeliebt. Zu den No-Gos gehört auch zu spät kommen und überpünktlich gehen. Damit signalisieren Sie, dass Ihnen alles andere wichtiger ist, als der neue Job.

Einen ähnlich schlechten Eindruck hinterlassen Sie durch Passivität, die Ihnen schnell als Faulheit ausgelegt wird. Es reicht nicht, da zu sitzen und darauf zu warten, dass Ihnen jemand etwas zu tun gibt. Zeigen Sie Engagement, fragen Sie, wie und wo Sie sich einbringen können.

Aus der Uni sind Sie daran gewöhnt, im Seminar alles und jedes zu diskutieren und zu hinterfragen. Das ist jetzt nicht mehr angesagt. Hören Sie bei Besprechungen aufmerksam zu, treten Sie aber bitte nicht als Besserwisser auf. Absolventen brennen darauf, das in der Uni Gelernte endlich anzuwenden, aber versuchen Sie nicht, in der neuen Firma sofort alles umzukrempeln. Unterschätzen Sie den Wert der Berufserfahrung Ihrer Kollegen nicht.

Andererseits haben viele Neulinge panische Angst, etwas nicht zu wissen oder falsch zu machen. Fragen Sie im Zweifel immer nach, wenn Sie Ihnen eine Aufgabe noch nicht vertraut ist. Und wenn mal etwas schief gelaufen ist, stehen Sie zu Ihrem Fehler. Versuchen Sie konstruktiv, die Sache wieder gerade zu biegen. Niemand ist perfekt, und Sie zeigen damit, dass Sie aus Fehlern lernen. Wenn Sie ein Problem haben, wenden Sie sich an Ihren direkten Kollegen oder Vorgesetzten, gehen nicht gleich zur Geschäftsleitung. Je größer ein Unternehmen ist, desto wichtiger ist es, die Hierarchie zu beachten.

Manche junge Akademiker sind so stolz auf ihren Hochschul-Abschluss, dass sie gegenüber vermeintlich rangniedrigeren Mitarbeitern wie der Teamsekretärin oder dem Hausmeister arrogant auftreten. Tun Sie das nicht. Das rächt sich. Immer.

Info Unsere Autorin ist selbständige Studienberaterin und Universitäts-Dozentin.

Quelle: RP
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