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Verlag will positives Zeichen für die Reform setzen
Der neue Duden googelt
Mannheim (rpo). "Entspannung und Versachlichung" will der Duden in die Diskussion um die Rechtschreibreform bringen. Während sich Reformgegner für eine Rückkehr zur alten Schreibweise stark machen, setzt der Verlag mit dem am nächsten Samstag erscheinenden Duden auf die neuen Regeln.

Damit setze der Verlag ein "notwendiges und eindeutiges Zeichen" für die Regeln, die seit sechs Jahren von Millionen Schülern erfolgreich gelernt würden, erklärte der Leiter der Dudenredaktion, Matthias Wermke, am Mittwoch bei der Vorstellung der Neuauflage des Wörterbuchs in Mannheim. 

Die neue Rechtschreibung habe "weit weniger gravierende Auswirkungen", als dies oft dargestellt werde. Wermke erwartet keine Rückkehr zur alten Rechtschreibung. Die neuen Regeln würden sich langsam durchsetzen. "98 Prozent der neuen Rechtschreibung sind die alte Rechtschreibung", sagte Wermke am Mittwoch in Mannheim.

In die mittlerweile 23. Auflage wurden 5.000 neue Wörter aufgenommen. Darunter sind Einträge wie Billigflieger, Dosenpfand, Fotohandy, googeln, Ich-AG, Minijob und Sars. Das Nachschlagewerk umfasst nun 125.000 Stichwörter und kommt am Samstag in den Handel.

Der Duden vermittelt laut Wermke die neue Rechtschreibung, wie sie nach Beschluss der Kultusministerkonferenz vom Juni 2004 ab August 2005 für Schulen und Behörden allein verbindlich sein werde. Mit aufgenommen wurden auch die modifizierten Regeln für die Getrennt- und Zusammenschreibung. So ist für "Leid tun" auch wieder die alte Schreibweise "leidtun" zulässig.

Die Debatte über eine Aufhebung der Rechtschreibreform war in den vergangenen Wochen durch die Ankündigung von Springer-Verlag, "Spiegel" und "Süddeutscher Zeitung" neu entflammt, ihre Blätter wieder auf alte Schreibung umzustellen.

Auch mehrere Politiker wie Niedersachsens Regierungschef Christian Wulff (CDU) machen sich für eine Rückkehr zur früheren Regelung stark. Das Thema steht auf der Tagesordnung der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz im Herbst.

Quelle: afp
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