Erinnerungen an die Schulzeit

Diese Pannen erlebten unserer Redakteure in der Abi-Zeit

Manche Abiturklausur geht mit einer Panne einher - das kennen auch die Mitarbeiter von RP Online. Was sie alles während der Zeit der Prüfungen erlebt haben, haben sie hier aufgeschrieben.

Diese Pannen erlebten unserer Redakteure in der Abi-Zeit

Markus Plüm, Journalistenschüler: Abiklausur Mathematik. Sowieso schon panisch und mit wenig Plan ging ich in die Klausur hinein. Die gestellten Aufgaben trugen nicht zur Beruhigung bei. Und weil in solchen Situationen natürlich alles zusammenkommt, gab nach 20 Minuten dann auch mein Taschenrechner seinen Geist auf – Batterie leer. Im Raum war es gleichzeitig zu dunkel, um den Rechner über das Solarmodul weiter nutzen zu können. Also stieg ich verzweifelt auf meinen Stuhl und hielt den Rechner direkt unter die Leuchtstoffröhre. Gebracht hat es nichts. Letztlich bekam ich das Gerät von meinem Lehrer – das allerdings so viele Tasten hatte, dass ich damit noch weniger zurechtkam. Ergebnis: eine glatte Fünf und mündliche Nachprüfung.

Diese Pannen erlebten unserer Redakteure in der Abi-Zeit

Merle Sievers, Redakteurin: Morgens, 8 Uhr, die ganze Klasse ist angespannt und aufgeregt. Der Lehrer verteilt ein Aufgabenblatt und ein paar Maoams als Nervennahrung an jeden Schüler. Anschließend wird die Aufgabenstellung über die deutsch-französischen Beziehungen im Wandel besprochen. Als alle Fragen geklärt sind, wird die Stoppuhr auf dem Lehrerpult betätigt, die Zeit läuft. Alle Schüler wenden sich ihren Aufgaben zu, ich knete meine Ohropax zurecht und stecke sie mir in die Ohren, um mich besser konzentrieren zu können. Plötzlich werde ich von hinten an die Schulter getippt und blicke in das besorgte Gesicht meines Lehrers. Er dachte, ich hätte mir vor lauter Aufregung die Kaubonbons ins Ohr geschoben. Ganz so schlimm war es dann aber doch nicht.  (Abiturklausur Geschichte, März 2009)

Diese Pannen erlebten unserer Redakteure in der Abi-Zeit

Laura Sandgathe, Redakteurin: Wenn ich an mein Abi denke, kommt mir vor allem ein Erlebnis in den Sinn, an das sich bestimmt viele aus meinem Jahrgang erinnern werden. 2008 gab es im Mathe-Grundkurs diese unlösbare Oktaeder-Aufgabe. Soweit ich mich erinnere, bestand die Klausur nur aus zwei Aufgaben. Ich habe erstmal Aufgabe 1 angefangen, die konnte ich nämlich. Aufgabe 2 hab ich mir erst gar nicht angeschaut. Doch schon nach ein paar Minuten wurde es unruhig im Raum, viele Schüler fingen an zu flüstern. Der Lehrer hat dann die Prüfung unterbrochen, und unser Mathelehrer kam und entschuldigte sich bei uns, ungefähr so: "Es tut mir leid, die zweite Aufgabe der Klausur werden Sie nicht lösen können. Den Stoff haben wir nicht durchgenommen, darauf habe ich Sie nicht vorbereitet. Versuchen Sie Ihr Bestes." Und dann ging er wieder. Ich weiß noch, dass viele Schüler ganz hysterisch reagierten, ein Mädchen fing an zu weinen. Wir haben die Klausur dann trotzdem alle geschrieben. Ich war mir sicher, dass ich in die Abweichungsprüfung muss, aber am Ende hat es knapp noch gereicht. Später bekamen wir dann die Möglichkeit, die Mathe-Prüfung nochmal zu machen, um unseren Durchschnitt zu verbessern, weil die Prüfung laut Ministerium unfair war. 

Diese Pannen erlebten unserer Redakteure in der Abi-Zeit

Sabine Kricke, Volontärin: Immer nach den Abiprüfungen war das Foto, welches meine Oma von mir eingerahmt im Wohnzimmer stehen hatte, völlig verklebt und eklig – als hätte da jemand drauf gespuckt. Aufgefallen ist uns das, weil diese Flecken nur auf meinem Bild zu finden waren. Es stellte sich aber am Ende heraus: Oma hatte vor jeder meiner Abiprüfungen Weihwasser aus Rom auf das Foto geschüttet, weil sie meinte, dass mir das bei der Prüfung helfen würde. Es scheint funktioniert zu haben – ich habe bestanden.

Diese Pannen erlebten unserer Redakteure in der Abi-Zeit

Sarah Biere, Videokoordinatorin: Ich würde nicht sagen, dass ich in Mathe superschlecht war, aber es war definitiv eines meiner schwächsten Fächer. Im Abitur führte aber leider kein Weg an Mathe vorbei. Und so hieß es 2007 für mich: drittes Fach, schriftliche Prüfung, Mathe. Und wie das dann ja nunmal so ist: Ich wollte mich für das Abitur ein letztes Mal zusammenreißen. Ich habe also gebüffelt, gebüffelt und gebüffelt. Dann kam der große Tag und ich war weit vor der Abgabezeit fertig. Sehr komisch. Ein Grund für mich, so richtig misstrauisch zu werden. "Das kann einfach nicht sein. Ich habe bestimmt eine Seite vergessen. Standen auf der Rückseite auch noch Aufgaben?", dachte ich. Was habe ich mir den Kopf zermartert. Ich war mir ganz sicher, dass ich versagt haben musste. Und dann das: Die Ergebnisse kommen zurück und ich bin doch tatsächlich in der Benotung nach oben abgewichen. Nach OBEN. Herzlichen Glückwunsch: Sie haben eine mündliche Nachprüfung gewonnen. Na, das nenne ich mal ein ordentliches Eigentor.

Diese Pannen erlebten unserer Redakteure in der Abi-Zeit

Dana Schülbe, Redakteurin: Die schriftlichen Prüfungen waren gelaufen, die Noten vergeben. Doch noch stand die mündliche in Geografie aus. Eigentlich sollte das gut funktionieren, dachte ich – eigentlich. Denn im zweiten Teil der Prüfung – Flurbereinigung war das Thema – passierte es: Ich wusste die Antwort, aber sie wollte einfach nicht über meine Lippen kommen. Ich stand nur schweigend da und wurde von Minute zu Minute verzweifelter. Irgendwie hab ich mich dann doch durchgewurschtelt, und am Ende war die Erleichterung groß: Den Notendurchschnitt, den ich erreichen wollte, schaffte ich bis auf einen Punkt genau.

Diese Pannen erlebten unserer Redakteure in der Abi-Zeit

Sebastian Fuhrmann, Redakteur: Wenn ich an die Abiturprüfungen denke, kommt mir das Erlebnis eines Freundes in den Sinn. Er war schon immer ein pfiffiges Kerlchen und sehr entscheidungsfreudig. Am ersten Prüfungstag hatte er eine Leistungskurs-Klausur geschrieben. Dort hatte er die Wahl zwischen zwei Themen. Danach schrieb er Biologie: Ein Teil der Arbeit, die nun vor ihm lag, war zum Thema Genetik, ein Teil zum Themenkomplex Evolution. "Ich bin doch nicht blöd", dachte sich mein Kumpel. Er wählte Evolution. Dumm nur: In Bio durfte nicht gewählt werden, er hätte beide Teile der Klausur bearbeiten müssen, um alle Punkte zu erreichen.  Natürlich war er somit auch Stunden früher fertig als seine Kurskameraden. Den ersten Klassenkameraden, dem er im Flur begegnete, fragte er: "Was hast du denn so lange gebraucht? Und welchen Teil hast du gewählt?" Sein Mitschüler entgegnete: "Hä? Wir durften doch gar nicht wählen!" Guckste doof. Aber Ende gut, alles gut. Mein Kumpel schaffte das Abitur. 

Diese Pannen erlebten unserer Redakteure in der Abi-Zeit

Jan Dobrick, Journalistenschüler: In der Deutsch-Abiturklausur fragt mich mein Sitznachbar zu Beginn verzweifelt, wie das Wort "Marionette" geschrieben wird. Die Angst vor dem Versagen war wie weggeblasen. Ich wusste es. Zudem machte bei uns die Geschichte die Runde, ein Mitschüler hätte sich eine Fahrstunde parallel zur Vorabi-Klausur gelegt. Er ging in der zweiten Klausurstunde aus dem Raum. Als er wiederkam, durfte er nicht weiterschreiben. Ein anderer Mitschüler wiederum verpasste die Nachprüfung, weil er schon Urlaub gebucht hatte – und sich für den Strand entschied. Ich hatte zudem einen Mitschüler, der die erste Stunde einer Leistungskurs-Klausur schlafend verbrachte – den Kopf auf den Tisch gelegt.