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Bts
Einmal um die Welt statt Hörsaal

Bts. Auslandsaufenthalte, Fortbildungen, Vorbereitung auf den Job: Wer sich in Studenteninitiativen engagiert, sammelt weltweit Kontakte. Von Isabelle de Bortoli

Schon während des Studiums praktische Erfahrungen im Ausland sammeln, eine große Marketingkonferenz organisieren, oder als Anwalt in einem fiktiven Gerichtsprozess agieren - unmöglich? Nicht für Mitglieder der diversen Studenteninitiativen, die auch an den Unis in Nordrhein-Westfalen ansässig sind. Sie bieten ein riesiges Netzwerk, viele Möglichkeiten, Kontakt zu Unternehmen herzustellen, und Workshops und Seminare, um die eigenen Softskills zu verbessern. Wir stellen fünf der größten Initiativen vor.

AIESEC Wer für ein Praktikum ins Ausland will, muss viele Hürden überwinden: Visum, Arbeitserlaubnis und Unterkunft sind nicht immer leicht zu organisieren. Hilfe gibt es von AIESEC, denn genau zu diesem Zweck wurde die Studentenorganisation 1948 in Stockholm gegründet: um Studenten den Aufenthalt in anderen Ländern zu ermöglichen, um damit Weltoffenheit sowie Akzeptanz und Verständnis für andere Kulturen zu fördern. Seit der Gründung hat AIESEC mehr als 450.000 Studenten Auslandserfahrungen ermöglicht, zählt knapp eine Million Alumni in aller Welt und gehört damit zu den größten Studenteninitiativen weltweit. AIESEC funktioniert so: Die Mitglieder in einem Land organisieren Plätze für Studenten aus aller Welt und können im Gegenzug Kommilitonen aus ihrer Heimat in die Welt hinausschicken. Die Möglichkeiten reichen von einem sozialen Einsatz bei Nichtregierungsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen, Greenpeace oder Amnesty International in Entwicklungsländern bis zu einem bezahlten Praktikum in Bereichen wie Marketing, Sales, IT oder Administration. In vielen Städten der Welt arbeiten AIESEC-Lokalkomitees, die sich um die Studenten aus dem Ausland kümmern - inklusive 24-Stunden-Notfalldienst. Wer mit AIESEC ins Ausland geht, zahlt für Organisation und Betreuung vor Ort 400 bis 500 Euro und muss für Flug, Visum und Versicherungen aufkommen - dafür wird meist eine Unterkunft gestellt.

Die Biotechnologische Studenteninitiative (btS) setzt sich für die Intensivierung des Kontaktes zwischen Universität und freier Wirtschaft ein. Studierende, Doktoranden und auch Absolventen aus den Bereichen Biologie, Chemie, Medizin, Pharmazie und Biotechnologie organisieren für ihre Kommilitonen Vortragsreihen und Exkursionen mit Spitzenunternehmen der Biowissenschafts-Branche. Die btS hat derzeit rund 800 Mitglieder an 25 Universitätsstandorten. Ein Höhepunkt für alle Mitglieder ist die eigene, mehrmals jährlich stattfindende Firmenkontaktmesse ScieCon, auf der schon so mancher Traumjob gefunden wurde.

ELSA Wenn das Jurastudium zu trocken scheint und der Praxisbezug fehlt, dann sollten sich angehende Juristen an ELSA wenden: ELSA (The European Law Students Association) bietet die Möglichkeit, schon früh als Staatsanwalt oder Verteidiger an fiktiven Gerichtsverhandlungen, so genannten Moot Courts, teilzunehmen, die eigene Rhetorik zu schulen und wichtige Kanzleien oder Rechtsabteilungen in Deutschland kennenzulernen. Außerdem können ELSA-Mitglieder mit Praktikern aus ganz Europa aktuelle rechtliche Fragen erörtern, oder eine bezahlte Praxisphase bei namhaften ELSA-Partnern im Ausland absolvieren. Die Jurastudentenvereinigung hat sich die Ausbildung sozial kompetenter Juristen durch akademische Veranstaltungen und Praxisbezug zur Aufgabe gemacht. Sie hat derzeit rund 11.000 Mitglieder in Deutschland, rund 40.000 insgesamt - Studenten ebenso wie Referendare und junge Juristen. Das Netzwerk umfasst 41 Länder, eine Mitgliedschaft kostet zehn Euro pro Semester.

MTP Sich fit für den Job machen, Praxiserfahrung sammeln und Kontakte in die Marketingabteilungen großer Unternehmen knüpfen - das bietet eine Mitgliedschaft bei MTP. Die Abkürzung steht für "Marketing zwischen Theorie und Praxis" und bietet Workshops mit Unternehmen aus der Praxis, Planspiele, bei denen Studenten kreative Lösungsansätze erarbeiten, sowie Trainings in Softskills wie Rhetorik, Präsentation und Co. Gründer Philipp Humm, unter anderem bekannt als ehemaliger CEO von Telekom USA und Vodafone Europa, wollte für Studenten mit Marketing-Interesse einen Praxisbezug herstellen sowie ein berufliches wie privates Netzwerk schaffen. Auf die Mitglieder warten beispielsweise Marketingprojekte namhafter Unternehmen. Wenn sie Hilfe bei einer Kampagne brauchen oder eine Strategie, wie ein Produkt speziell bei jungen Leuten vermarktet werden kann, liefern die MTP-Mitglieder kreative Vorschläge und können so ihre Beratungskompetenz unter Beweis stellen. Praxiserfahrung kann auch sammeln, wer einen der großen MTP-Kongresse mitorganisiert. Die Mitgliedschaft kostet 40 Euro im Jahr, dafür ist alles inklusive.

Market Team Das Ziel von Deutschlands größter interdisziplinärer Studenteninitiative ist es, Studierenden aus allen Fachbereichen Einblicke in das Wirtschaftsleben zu ermöglichen und sie so auf das Berufsleben vorzubereiten. Dafür organisieren Projektteams zusammen mit Unternehmen Veranstaltungen wie Vorträge und Workshops. In diesen arbeiten namhafte Unternehmen wie Deloitte, Ernst & Young, KPMG und PwC mit den Market-Team-Mitgliedern an Fallstudien zu Themen wie Finance, Steuern oder Controlling. Wie bei MTP kann man auch konkrete Projekte übernehmen.

Quelle: RP
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