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Düsseldorf
Sieben Tipps zum Fernunterricht

Zehn Fakten über neue Technologien in der Schule
Zehn Fakten über neue Technologien in der Schule FOTO: Jügen Loosen
Düsseldorf. Schmökern auf dem Sofa - so stellen sich manche einen Fernlehrgang vor. Doch schon die Wahl des richtigen Kurses erweist sich häufig als kompliziert. Wie unter den vielen Angeboten das richtige finden? Ein paar Hinweise. Von Tobias Schormann

Ob Marketingseminar, Meister oder Master of Business Administration (MBA) - bei beruflichen Weiterbildungen ist das Angebot groß. Viele Kurse können Berufstätige auch im Fernunterricht absolvieren. Das hat einige Vorteile: Die Teilnehmer sind flexibler und können lernen, wann und wo sie wollen. Dennoch liegt diese Lernmethode längst nicht jedem. Sieben Tipps im Überblick:

Weniger ist mehr Teilnehmer dürfen sich nicht übernehmen - sonst kommen sie schnell nicht mehr mit. "Man neigt da leicht zur Selbstüberschätzung", sagt Alrun Jappe von der Stiftung Warentest, die einen Leitfaden zu Fernunterricht herausgegeben hat. Vollzeitbeschäftigte planen lieber nicht mehr als zehn bis 15 Stunden pro Woche ein. Dabei müssen sie genug Zeit zum Nachbereiten des Lernstoffs einkalkulieren. "Dass das auch Einschnitte bedeutet, muss jedem klar sein", erklärt Mirco Fretter vom Forum Distance-Learning. Gut sei, wenn eine kostenfreie Verlängerung des Kurses möglich ist. Dann können Teilnehmer eine Pause einlegen.

Die Mischung macht's Allein im stillen Kämmerlein zu lernen, wird schnell öde. Daher setzen viele Anbieter auf sogenanntes Blended Learning - eine Mischung aus Fernlernen mit schriftlichen Unterlagen, Online-Seminaren und Präsenzveranstaltungen. "Die Grenzen zwischen den verschiedenen Lernformen verschwimmen immer mehr", erläutert Jappe. Solche Mischformen seien eine gute Lösung für alle, die nicht nur im Alleingang lernen wollen. Das sei aber auch keineswegs nötig, ergänzt Fretter. Einige dächten, dass Fernstudenten wie der arme Poet im Bild von Spitzweg einsam in einer Dachkammer vor sich hinbrüten müssten. Dabei gehöre der Austausch mit anderen Teilnehmern auch im Fernunterricht dazu. Hierzu geben Anbieter mit Hilfe von Lernplattformen, Chats oder Foren Gelegenheit. Das sei wichtig, um durch "Tränentäler" zu kommen, in denen die Motivation nachlässt.

Probieren geht über studieren Oft können Teilnehmer das Angebot während eines Probemonats testen, erklärt Jappe. Außerdem gelten die Regeln des Fernabsatzgesetzes: Kunden dürfen 14 Tage lang vom Vertrag zurücktreten, erläutert die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) in einem Ratgeber. Diese Frist läuft erst ab dem Tag, an dem Teilnehmer eine Kopie der Vertragsurkunde und die ersten Lernmaterialien erhalten haben.

Kurzer Draht zum Dozenten Damit es im Fernunterricht nicht hakt, muss der Dozent bei Fragen schnell erreichbar sein. Einige Anbieter versprechen zum Beispiel, dass Teilnehmer eine Rückmeldung innerhalb von 48 Stunden erhalten. Außerdem klären Berufstätige besser, ob es telefonische Sprechzeiten gibt. Manche Fragen lassen sich im direkten Gespräch schneller klären als per E-Mail. Interessenten sollten den Dozenten dabei ruhig schon einmal vor dem Buchen anrufen, um sich einen persönlichen Eindruck von ihm zu verschaffen, rät Fretter. Er sollte nicht nur fachlich qualifiziert sein, sondern auch Erfahrung in der Online-Lehre haben, ergänzt Jappe.

Kosten und Förderung Hierbei müssen Teilnehmer Zusatzkosten im Blick haben. Dazu gehören etwa Gebühren für Prüfungen, erläutert die ZFU. Bei Präsenzseminaren kommen Kosten für Anreise und Übernachtungen hinzu. Bei einigen Anbietern sind außerdem Lehrmaterialien oder die Mehrwertsteuer nicht im angegebenen Preis enthalten, ergänzt Jappe. Finanzielle Unterstützung bieten Förderangebote wie die Bildungsprämie oder ein Bildungsgutschein. Außerdem gibt es Förderprogramme der einzelnen Bundesländer und Aufstiegsstipendien für besonders talentierte Fachkräfte mit Berufserfahrung.

Abschluss prüfen Lehrgang oder Studium? Die Begriffe bei Fernunterricht sorgen leicht für Verwirrung, hat Jappe beobachtet. Berufstätige müssten daher genau prüfen, worauf ein Kurs zielt. Steht am Ende eine staatliche Prüfung, ein akademischer Abschluss oder bloß ein Zertifikat des Anbieters? "Da wird sehr viel durcheinandergemischt." Manche Anbieter böten zum Beispiel eigene Zertifikate an und betitelten diese als "Diplom".

Auf Zulassung achten Wer einen Fernlehrgang zur beruflichen Weiterbildung sucht, sollte auf die Zulassung achten, rät Fretter. Die schreibt das Fernunterrichtsschutzgesetz für Angebote dieser Art in der Regel vor. Ausgenommen sind Hobbykurse, die laut Gesetz bloß "der Freizeitgestaltung oder der Unterhaltung" dienen. Bei allen anderen Kursen überprüft die ZFU die didaktischen Konzepte und die Vertragsklauseln etwa zum Widerrufsrecht. Ein weiteres Qualitätsmerkmal sei die DIN-Norm ISO 29990. Bei Studiengängen ist die Akkreditierung ein Hinweis darauf, dass ein Angebot den geltenden Standards entspricht.

(dpa)
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