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Hamburg
Forschung zum Einfluss des Wohnorts auf die Gesundheit

Hamburg. Das Lebensumfeld ist mitentscheidend für die Gesundheit von Menschen: Das klingt nach Binsenweisheit, ist aber nicht ausreichend beforscht, wie der Hamburger Wissenschaftler Joachim Westenhöfer sagt. Er will das ändern.

Westenhöfer ist von Haus aus Psychologe. Der Professor für Gesundheitswissenschaften sitzt an der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Bergedorf. Im Juni will er ein zusätzliches Forschungsprojekt beginnen, das den Zusammenhang von Lebensverhältnissen und Gesundheit genauer untersucht. Westenhöfer hat im Rahmen der Hamburger Wissenschaftsförderung dafür bis zu 1,7 Millionen Euro Fördermittel zugesprochen bekommen. Die Lebensqualität in städtischen Quartieren zu erhalten, gehöre zu der größten Herausforderung in einer wachsenden Großstadt, hieß es zu Begründung. Das Geld ist Teil eines Förderprojekts der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung.

Der Forscher erläutert seine Ideen für das Projekt "Gesunde Quartiere in Hamburg" mit Blick auf die beiden Hamburger Stadtteile Blankenese und Wilhelmsburg. Während der erste als Wohnstadt durchaus betuchter Hanseaten gelte, assoziiere man mit dem zweiten eher einen sozialen Brennpunkt. Westenhöfer sagt, es gebe einen Zusammenhang zwischen der Lebenswirklichkeit in den Quartieren und der Gesundheit ihrer Einwohner: "Diesen Zusammenhang wollen wir beleuchten und besser verstehen."

Als reales Beispiel dient die Bachelor-Arbeit einer Studentin, berichtet Westenhöfer. Sie hat in zehn Hamburger Gebieten ausgezählt, wie viele Verkaufsstellen für Tabak, Alkohol und Fastfood existieren. Das Ergebnis: Je schlechter die Lebensverhältnisse, desto mehr solcher Verkaufsstellen gebe es. Westenhöfer will gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern mit repräsentativen Befragungen Daten in Quartieren erheben - welche dafür infrage kommen, werde zu Beginn der Arbeiten im Juni festgelegt.

(kna)
 
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