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Serie: NRW-Unis im Vergleich (6)
Heinrich-Heine-Universität stark in der Biologie

Serie: NRW-Unis im Vergleich (6): Heinrich-Heine-Universität stark in der Biologie
Etwa 16.500 Studierende waren im Wintersemester 2008/09 in Düsseldorf eingeschrieben. FOTO: Gabriel
Düsseldorf (RP). Beim Gang zum Hauptportal der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf führt kein Weg an ihm vorbei. Seit 1994 steht Heinrich Heine auf dem Platz vor der ULB. Nachdenklich – der Kopf ist in die linke Hand gestützt – sieht er aus, der Namenspatron der Universität Düsseldorf. So, als würde er sich seit Jahren Gedanken darüber machen, warum die Uni erst nach einem 23 Jahre langen Streit ab 1989 seinen Namen tragen durfte. Von Daniel Stöckel

Neben der ULB besitzt die Heinrich-Heine-Universität fünf dezentrale Verbund- und Fachbibliotheken. In ihnen ist die Literatur der speziellen Forschungsgebiete aufgestellt, welche die HHU charakterisieren. Im Einzelnen sind das die Juristische, Medizinische, Philosophische, Mathematisch-Naturwissenschaftliche und die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät.

Rund 16.500 Studierende waren im Wintersemester 2008/09 eingeschrieben. Da die Vorgaben des Bologna-Prozesses in nahezu allen Studiengängen erfüllt werden, belegen diese größtenteils Bachelor- und Masterstudiengänge.

Keine Lehramtsstudiengänge mehr

Seit die HHU die Ausbildung von Lehrern nicht mehr zu ihren Aufgaben zählt, können nur noch Studierende der Fächer Medizin, Zahnmedizin, Pharmazie und Rechtswissenschaften das Staatsexamen ablegen. Studierende, die sich bereits vor einigen Jahren eingeschrieben haben, bekommen unter Umständen die Möglichkeit, ihr Studium mit einem Diplom- oder Magisterabschluss zu beenden.

Nach dem Ranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) liegen die Stärken der HHU im Fachbereich Biologie. Im CHE-Ranking belegt Düsseldorf dabei fünf von acht Spitzenplätzen und wird damit zu den forschungsstärksten Hochschulen Deutschlands gezählt.

Im Bereich Psychologie ist die Düsseldorfer Universität im Vergleich zum Jahr 2005 aus der Gruppe der Forschungsstärksten herausgefallen. Trotz angrenzendem Uni-Klinikum sind die Düsseldorfer auch im Bereich Medizin nicht in der Gesamt-Spitzengruppe vertreten. Immerhin werden hier Top-Plätze im Bereich Publikationen je Professor und Zitationen pro Paper erreicht.

Unterschiedliche Bewertungsansichten liegen im Bereich Soziologie vor: Während das CHE die HHU nicht in der Spitzengruppe führt, sieht das der Wissenschaftsrat (WR) anders, vergibt drei Höchstbewertungen (soziologische Forschungsqualität, Impact, Effizienz) und bescheinigt der Heinrich-Heine-Universität damit eine Top-Positionierung.

NC bremst Bewerberflut
 
Viele Fächer an der Düsseldorfer Uni sind mit einem internen Numerus clausus belegt, um der Masse an Bewerbern zumindest ansatzweise begegnen zu können. So bemühten sich zum Wintersemester 2009/10 beispielsweise für den Bachelor-Studiengang Medien- und Kulturwissenschaften insgesamt 3156 Bewerber. Zu vergeben waren aber nur 75 Studienplätze. Ähnlich sah es beim Bachelor Psychologie aus: Auf 91 Studienplätze kamen 3702 Bewerber.
 
Wer an der HHU einen Studienplatz ergattern konnte, muss pro Semester Studiengebühren in Höhe von 500 Euro aufbringen, hinzu kamen zuletzt 216 Euro Semesterbeitrag. Parkmöglichkeiten für Autofahrer waren an der Uni Düsseldorf durch den Bau des "Oeconomicus" beeinträchtigt. Der Neubau der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät soll aber bis zum Oktober 2010 abgeschlossen sein. Eine direkte Anbindung der Uni an den Hauptbahnhof besteht lediglich mit einer Straßenbahnlinie, die für diese Strecke rund zwanzig Minuten braucht.

Lange Wartelisten für Wohnheimplätze 
 
Das Studentenwerk stellt für Studierende der HHU, der FH Düsseldorf, der Kunstakademie Düsseldorf, der Robert-Schumann-Hochschule und der Hochschule Niederrhein an den Studienstandorten Düsseldorf, Krefeld und Mönchengladbach insgesamt 18 Wohnanlagen mit über 3.500 Wohnmöglichkeiten zur Verfügung, die durchschnittlich um mehr als ein Drittel günstiger sind als auf dem freien Wohnungsmarkt. Wegen der hohen Nachfrage und langer Wartelisten wird allerdings empfohlen, sich so früh wie möglich um einen Platz in den Wohnanlagen zu bewerben.
 
Studierende, die einen Auslandsaufenthalt planen, können diesen an einer von neun Partner-Universitäten der HHU absolvieren; dazu gehört unter anderem die Universität Peking.
 
Neben dem wissenschaftlichen Arbeiten muss auch körperliche Anstrengung nicht zu kurz kommen. Beim Hochschulsport haben Studierende die Wahl zwischen über 70 verschiedenen Sportarten und -kursen von Afro-Dance bis Tauchen.

Kulturinteressierte können in Form von Besichtigungen, Theater- und Museumsbesuchen in Düsseldorf, Ausflügen in die Region rund um Düsseldorf sowie mehrtägigen Exkursionen innerhalb Deutschlands und in die Nachbarländer auf ihre Kosten kommen. Außerdem bietet das Uni-Kulturprogramm Seminare, Workshops, Vorträge und Diskussionsrunden mit aktiver Beteiligung der "Kulturszene".

Quelle: RP
 
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