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Köln
Im Sportstudium früh Schwerpunkte setzen

Köln. Wer von Anfang an seinen Weg konsequent geht, hat später gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Von Kristin Kruthaup

Schwimmen, laufen, turnen - wer an der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) Sport studieren will, muss erst einmal den Eignungstest bestehen. Einen ganzen Tag lang müssen die Bewerber ran. "Man muss kein Leistungssportler sein, um den Sporttest zu bestehen", sagt Professor Jens Kleinert. Trotzdem: Ohne Vorbereitung klappt es nicht.

Den ganzen Tag Sport treiben, für sportbegeisterte Schüler klingt das verlockend. Rund 28.000 Studenten haben 2014 im Bereich Sport studiert. Mehr als 300 grundständige Bachelorstudiengänge gibt es zum Thema. Sie reichen von Sportwissenschaft über Rehabilitationsport bis hin zu Sport auf Lehramt.

Doch wie sind - abseits vom Lehramt - eigentlich die Chancen auf dem Arbeitsmarkt? "Nicht schlecht", sagt Franz Riedmiller vom Hochschulteam der Agentur für Arbeit München. Nach dem Abschluss hätten viele erst einmal eine Phase der Suche von drei bis sechs Monaten. Dann kommen die meisten aber unter.

Trotzdem empfindet mancher den Einstieg als mühsam. "Mit Sport ist es anders als mit Medizin, das Studium mündet nicht in einen bestimmten Beruf", erklärt Klaus Sarsky. Er ist stellvertretender Stützpunktleiter und Laufbahnberater am Olympiastützpunkt Bayern. Wer nicht rechtzeitig Schwerpunkte setzt, könne am Ende von allem etwas und nichts richtig.

Zu den Berufsfeldern, die nach dem Abschluss infrage kommen, gehört etwa der Bereich Sportmanagement. Karriereziele im Non-profit-Bereich sind die Posten als Geschäftsführer oder Sportdirektor bei Vereinen, Verbänden oder Olympiastützpunkten. Im Profit-Bereich sind potenzielle Arbeitgeber wie Sponsoring-Agenturen und Fitness-Center. Oder man strebt beispielsweise den Geschäftsführerposten in einem Golfclub an.

Zudem gibt es die Möglichkeit, als hauptamtlicher Trainer zu arbeiten. "Das ist allerdings ein sehr übersichtlicher Bereich und meist auf den Spitzensport beschränkt", sagt Sarsky. In vielen Sportarten wie zum Beispiel Judo kommen häufig nur die Bundesligavereine für eine Festanstellung in Frage oder der Spitzenverband mit seinen Bundestrainerposten. Geht man auf die Ebene der Landesverbände, kommen nur noch sehr wenige dazu. "Gemessen an den Tausenden Sportabsolventen jedes Jahr ist das ein verschwindend geringer Bereich."

Weiter gibt es den Bereich Trainingswissenschaft. Absolventen mit diesem Schwerpunkt sind Spezialisten für Themen wie Leistungsdiagnostik und Bewegungsoptimierung. Solche Fachkräfte gibt es an allen Olympiastützpunkten, aber auch in großen Fitnessstudios und an Instituten der Universitäten.

Wie auch immer: "Wichtig ist im Sportstudium, sich möglichst früh durch Praktika ein Profil zu erarbeiten", sagt Kleinert. Es sei gar nicht so selten, dass später genau über diese Praktika aus dem Studium der Berufseinstieg klappt. Wer nur am Sporttreiben interessiert sei, ist im Sportstudium verkehrt. Es gehe viel um Theorie, also darum, sich fundiert und wissenschaftlich mit dem Thema Sport auseinanderzusetzen. Typische Fragestellungen lauten dann: Wie bleibt man gesund? Wie motiviert man Menschen?

Wer jedoch von Anfang an seinen Weg im Studium konsequent geht, hat gute Chancen, mit einem Sportstudium schnell eine Anstellung zu finden. Und eins ist dabei sicher: Wer sich gerne bewegt, hat im Sportstudium außerdem noch sehr viel Spaß.

(dpa)
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