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Kolumne Studentenleben
Immer diese "Aufschieberitis"

Es ist in jedem Semester dasselbe mit der "Aufschieberitis". Die vorlesungsfreie Zeit ist gekommen. Klausuren wurden geschrieben. Man dachte, die Lernphase würde nie enden, doch glücklicherweise hat man auch das wieder hinter sich gebracht. Im Sommersemester spielt jetzt mehr oder weniger sogar das Wetter mit. Von Lisa Maier-Bode

Es könnte alles so schön sein - wären da nicht die Hausarbeiten! In den letzten Wochen der Vorlesungszeit vereinbarte man die Themen mit den Dozenten - super motiviert und fleißig - und machte sich Gedanken über eine Gliederung der Arbeit. An ganz besonders guten Tagen ging man vielleicht sogar in die Bibliothek und suchte die passende Literatur. Doch dann kamen sie. Die Semesterferien.

Und mit ihnen Freibad, Urlaub, Praktika - das wahre Leben also. Für die Hausarbeit bleibt ja ein Glück noch Zeit, sagte man sich und schob die ersten Anflüge von schlechtem Gewissen ganz weit weg. Der Vorsatz, "diesmal fange ich aber wirklich direkt mit meiner Hausarbeit an", ist ad acta gelegt. Letztes Semester ging das ähnlich schnell. Jetzt plätschern die Semesterferien so vor sich hin - und dann sind sie plötzlich fast um. Zwei bis drei Wochen vor Abgabetermin wächst die innere Panik. Zeit anzufangen. Einige Tage später gerät man ins Schwitzen und verteufelt sich. Es stehen Nachtschichten und endlose Tage in der Bibliothek an. Sie sind die Strafe der ewigen "Aufschieberitis".

So hat man in den Wochen zuvor gerne tausende Gründe gefunden, warum man sich nicht an die Hausarbeiten setzen konnte. Freunde treffen, endlich in Ruhe shoppen gehen, mal wieder zu Mama und Papa fahren, Oma besuchen, das Semesterticket nutzen, der Nebenjob. Ach ja, es soll sogar Studenten geben, die sich lieber um ihren Abwasch kümmern, als um ihre Hausarbeiten.

Viele Unis bieten mittlerweile Online-Kurse und Infotage zum Thema "Aufschieberitis" an. Sie scheint eine ernstzunehmende Erkrankung vieler Studenten zu sein. In der Uni Düsseldorf kann man zum Beispiel an der "Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten" teilnehmen. Die hilft einem bestimmt, wenn man es wieder mal viel zu lange vor sich hergeschoben hat, die ersten Sätze in den Laptop zu tippen.

Quelle: RP
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