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Professorenleben
Jungstier gesucht

Vor einiger Zeit habe ich mich an dieser Stelle darüber gewundert, was für ein Quatsch in Stellenanzeigen zu lesen ist, und gerätselt, wie man sich als Frau wohl auf eine Anzeige bewirbt, in der nach einer Person gesucht wird, die ein bisschen von Casanova und ein bisschen von Isaac Newton haben soll. Eine Kölner (!) Werbeagentur toppt den Blödsinn jetzt noch: Unter der Überschrift "Hörner abstoßen im Eventstall" sucht man für die Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann oder zur Veranstaltungskauffrau einen "Jungstier, männlich oder weiblich". Von Karin Wilcke

Hallo, Kölner, geht's noch? Ein weiblicher Stier heißt Kuh. Wenn es eine Jungkuh sein soll, nennt man sie auch Färse, aber das wissen eigentlich nur Bauern und Metzger. Die Redensart vom Hörner abstoßen meint übrigens sich austoben, um ruhiger zu werden, sexuelle Erfahrungen mit verschiedenen Partnern machen, bevor man sich auf eine feste Beziehung einlässt. Aha. Aufgefordert zur Bewerbung sind hier alle, die beim Lesen der Stellenanzeige spüren, wie ihnen schon die Hörner wachsen, die sie sich dann in der Ausbildung gleich wieder abstoßen sollen, damit sie hinterher im Beruf ihre Werbeagentur-Kunden mit solch schiefen Bildern beglücken können.

Mir ist beim Lesen eher der Kamm geschwollen, aber damit sind wir schon bei der nächsten Tierart.

Quelle: RP
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