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Studentenleben
Lebt euer Leben weiter!

Sie fordern uns auf zu kämpfen, keine Angst zu haben, nach der Vorlesung auf den Straßen vor den Cafés Kakao zu trinken und glücklich zu sein. Seit Anfang des Semesters lebe ich nun in der französischen Stadt Lyon. Die Attentate von Paris haben die Menschen hier nicht nur geschockt, für viele haben sie auch den Alltag verändert. So war in den ersten Tagen nach dem 13. November an einen normalen Uni-Alltag nicht zu denken. Einige Eingänge der Fakultät wurden geschlossen, damit die Sicherheitsposten an den anderen Eingängen die Menschen besser im Blick haben. Von Eva Böning

Professoren und Studenten streiten sich in den Vorlesungen darüber, ob Frankreich jetzt wirklich im Krieg ist. Bei ungewohnten Geräuschen schrecken alle hoch, wegen eines vergessenen Sportrucksacks wird die Uni fast evakuiert. Trotzdem nehmen die vielen Bekundungen unter dem Hashtag "NousSommesUnis", wir sind vereint, auf Facebook langsam ab, lieber werden wieder Videos mit süßen Tierbabys geteilt. Dann eine neue Nachricht, die den Trotz meiner französischen Kommilitonen mobilisiert: Das Lyoner "Fête des Lumière", Lichterfest, eine Veranstaltung mit Millionen Besuchern jährlich, ist wegen Sicherheitsbedenken abgesagt.

Stattdessen wird es eine Gedenkfeier für die Opfer von Paris geben. Deswegen stehen an den noch geöffneten Eingängen der Uni neben den bulligen Typen von der Security jetzt Kommilitonen, die ihren ganz eigenen Krieg gegen den Terrorismus führen. Manche wollen, dass wir eine Petition unterschreiben, das Fest doch stattfinden zu lassen, andere verteilen Kerzen, die wir bei der Gedenkfeier aufstellen können. Eine Botschaft ist ihnen gemein: Lasst euch keine Angst machen, geht auf die Straßen und lebt euer Leben weiter.

Ich werde dabei sein.

Quelle: RP
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