| 08.36 Uhr

Dozentenleben
Raue Sitten in Padua

Doktoranden, die ihre letzte Prüfung bestanden haben, werden hierzulande von Freunden mit einem selbstgebastelten Doktorhut und Sekt gefeiert. Wer allerdings in Italien an der altehrwürdigen Universität von Padua promoviert wird, dem steht die schlimmste Prüfung erst danach bevor. Begleitet von einem Tross von Kommilitonen, die lautstark ein Lied mit dem Refrain "dottore, dottore" singen, zieht der frischgebackene Doktor durch die Stadt. In lächerlicher Verkleidung, gern mit Schwimmflossen und Taucherbrille oder Jungs in Frauenkleidung müssen sie sich dann präsentieren.

An der Uni hängen schon Plakate mit einer Karikatur des Kandidaten und einem Spottgedicht, das er oder sie laut vorlesen muss. Der mitfeiernde Freundeskreis lässt darauf hin die Korken knallen, und es gibt eine Sektdusche, wie man sie von Siegerehrungen der Formel 1 kennt. Doch nicht genug damit: Die zu Feiernden werden dann mit Mehl und Ketchup beworfen, bekommen einen Lorbeerkranz aufgesetzt und werden im Triumph zum nächsten Brunnen begleitet. Der Sprung ins Wasser ist sicher freiwillig und kostet bei 30 Grad keine Überwindung.

In Mailand, habe ich mir sagen lassen, müssen die Absolventen auch über eine Hecke springen. Aber zum Abschluss, und das ist sehr italienisch, geht es mit Familie und Freunden zu einem tollen Essen. Diesen Brauch können wir hier gerne übernehmen.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Dozentenleben: Raue Sitten in Padua


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.