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Studenten
Speed-Dating

Früher dachte ich mal von mir, ich wär 'ne echt coole Socke. Unkompliziert, flexibel und fähig, mich anderen Menschen anzupassen. Dann musste ich mir eine neue WG suchen. Bedeutet: ein Casting nach dem anderen, Anzeigen schalten, auf Anzeigen antworten. Sich selbst anpreisen als unkompliziert, flexibel und fähig, sich anzupassen. Direkt beim ersten Casting dachte ich: Das ist es. Wohnung etwas schmuddelig, aber okay. Mitbewohner ein bisschen durchgedreht, aber sympathisch.

Und dann kommt mir auf dem Weg nach draußen auf dem Flur ein Schäferhund entgegen. In einer Studenten-WG im dritten Stock. Rüde Jack, der vierte Mitbewohner. Also doch besser nichts wie weg zum nächsten Casting. Es fühlt sich an wie Speed-Dating, nur, dass es da wenigstens nicht gleich ums Zusammenleben geht. Ja, ich find's eklig, wenn bei geschlossenen Fenstern geraucht wird. Ja, ich hab's gerne sauber und ordentlich - und nein, ich möchte nicht, dass meine Mitbewohner morgens zum Frühstück nackt in der Küche sitzen.

Dann bin ich halt doch eine Spießerin! Mit der Einstellung kam ich dann auch deutlich schneller an eine passende WG. Zumindest glaube ich, dass es passt. Zwei meiner zukünftigen Mitbewohner habe ich noch nicht kennengelernt. Immerhin das ist von mir doch ein bisschen flexibel, oder?

Quelle: RP
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