| 14.47 Uhr

Emnid-Umfrage
Studiengebühren: Studenten fordern Mitsprache

Studiengebühren: Das gilt in den Bundesländern
Studiengebühren: Das gilt in den Bundesländern FOTO: Andreas Krebs
Berlin/Düsseldorf (RPO). In etlichen Bundesländern müssen die Studenten mittlerweile Studiengebühren entrichten. Weitere werden zum kommenden Wintersemester folgen. Nun fordern die Studierenden mehr Mitsprache bei der Verwendung der Gelder.

90 Prozent möchten beim Einsatz der Mittel mitreden, wie die am Mittwoch in Berlin vorgestellte Emnid-Umfrage im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) ergab. 77 Prozent wollen mehr Leistungen einfordern.

Für das im April startende Sommersemester haben Studenten in den vergangenen Wochen erstmals in Deutschland Studiengebühren entrichtet. Betroffen sind etwa eine Million Studenten an 136 Hochschulen in Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

500 Euro Höchstbetrag

In NRW hatten mit dem Sommersemester 27 der insgesamt 33 Hochschulen Studiengebühren für alle Studenten eingeführt. Die meisten NRW-Hochschulen verlangen nach Angaben des Wissenschaftsministeriums den möglichen Höchstbetrag von 500 Euro pro Semester.

Am Mittwoch wurde auch das Internet-Portal www.unicheck.de eröffnet, auf dem die Studenten per Fragebogen den Umgang ihrer Universität oder Fachhochschule mit dem Geld bewerten können. Mit dem Ergebnis, einem Uni-Ranking, will die INSM in Kooperation mit dem Studentenmagazin Unicum und der Verbraucherzentrale NRW Druck auf die Rektoren ausüben. "Der Student ist jetzt zahlender Kunde der Hochschule, er kann mit seinem Geld etwas fordern", betonte INSM-Geschäftsführer Max Höfer.

Noch herrscht Skepsis: Rund zwei Drittel (67 Prozent) der Betroffenen lehnen Studiengebühren der Umfrage zufolge weiterhin ab, auch wenn fast ebenso viele (62 Prozent) meinen, dass diese einer besseren Ausbildungsqualität dienen könnten. 83 Prozent der 1000 Befragten bezweifeln aber, dass die Studiengebühren tatsächlich in eine bessere Ausbildung fließen. 84 Prozent beklagen, sie würden nur unzureichend über die Verwendung informiert.

Studiengebühren wurden möglich, nachdem das Bundesverfassungsgericht deren Verbot durch den Bund Anfang 2005 für verfassungswidrig erklärt hatte. Ab dem Wintersemester führen auch Hessen und das Saarland Gebühren ein.

(afp)
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