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Düsseldorf/Köln
Haferflocken, Datteln und Seidenraupen

Swarmprotein - Fitnessriegel mit Insekten an der Sporthochschule Köln
Die Gründer Timo Bäcker, Christopher Zeppenfeld und Daniela Geiger wollen einen Fitnessriegel mit Insektenpulver auf den Markt bringen. FOTO: Timo Bäcker
Düsseldorf/Köln. Das Start-up-Team "Insecubator" entwickelt einen Insekten-Fitnessriegel. Ernährungswissenschaftlerin Daniela Geiger von der Deutschen Sporthochschule Köln hebt die Vorteile der Seidenpuppe hervor. Von Jessica Balleer

Auf einer Forschungsreise in Südostasien hatten drei Kölner ihre Idee weitergedacht. Anfang 2015 war das, als sie mit einer festen Vorstellung in Richtung Osten flogen und das Ziel eingentlich schon feststand: Das Kölner Start-up "Insecubator" will einen Fitnessriegel mit Insektenprotein auf den deutschen Markt bringen. Das Team besteht aus Daniela Geiger (Ernährungswissenschaftlerin) von der Deutschen Sporthochschule, Christopher Zeppenfeld (Diplom-Kaufmann) und Timo Bäcker (Diplom-Designer). "Wir haben das Businesspotenzial erkannt und sind in Vietnam, Thailand und Laos durch die Dörfer gefahren und haben uns nach Insektenessen umgeschaut", sagt Timo Bäcker. Die Drei kennen sich seit der gemeinsamen Schulzeit und teilen die Vision, essbare Insekten als akzeptierte, alternative Proteinquelle auf dem westlichen Markt zu etablieren. Entstanden ist daraus der Prototyp "Swarmprotein", ein Fitnessriegel zur Regeneration, der Insektenpulver enthält.

In Asien ist die Industrie der Insektenzucht verbreitet. Grillenfarmen haben die Kölner dort besichtigt - und nicht nur das. Sämtliche Insektenarten haben sie probiert: im Ganzen, frittiert und gebraten. Für ihren Riegel haben sie die Seidenraupe ausgewählt - die Puppe des Seidenspinners. "Wir verwerten also ein Nebenprodukt, das sonst als Dünger verwendet würde", sagt Timo Bäcker. Den Geschmack beschreibt er ganz sachlich. "Pur sind die nicht berauschend, aber das Insekt dient uns als Inhaltsstoff, nicht als Geschmacksträger." Nach Datteln werde der Regenerationsriegel schmecken. "Die eher bittere Insektennote wird mit der Frucht kombiniert, das passt."

Die Puppe der Seidenraupe soll als alternative Proteinquelle dienen. FOTO: Bildarchiv RP, Imago

Die Ernährungswissenschaftlerin Daniela Geiger hebt die positiven Nährstoffeigenschaften hervor. Die Seidenraupe zeichne sich durch ein sehr gutes Aminosäureprofil aus. Phenylanalin und Tryptophan lieferten die Seidenpuppen.

"Die Seidenpuppe dient als Alternative zum Molkeprotein, das derzeit in den meisten Riegeln als Proteinquelle dient." In dem Fitnessriegel soll das Insekt als Pulver verwendet werden. Die Rezeptur sieht einen ausgewogenen Anteil von Kohlenhydraten und Proteinen vor. Von den 50 Gramm Nettogewicht sollen etwa 30 Gramm Kohlenhydrate und 15 Gramm Protein enthalten sein. Muskelaufbau und Energiehaushalt würden davon profitieren. Geiger, Bäcker und Zeppenfeld werden mit einem Schweizer Unternehmer zusammenarbeiten, der das Lebensmittel in Asien produziert. So wollen sie sichergehen, dass sämtliche Hygiene-Vorschriften eingehalten sind, wenn der Riegel auf den Markt kommt. 2,49 Euro soll er kosten. Wann es so weit ist, steht noch nicht fest.

Die Gründer von "Swarmprotein" sehen sich weniger im Segment Muskelaufbau, sondern wollen ihr Produkt im Crossfit- und Triathlonbereich etablieren. Ausgezeichnet wurden sie kürzlich beim Businessplan-Wettbewerb des Neuen Unternehmertums Rheinland - mit Platz eins und 10.000 Euro Preisgeld.

Quelle: RP
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