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Düsseldorf
"Talentscouting" liegt im Trend

Düsseldorf. Sieben Hochschulen beteiligen sich an dem Förderprojekt- weitere folgen 2017. Von Jessica Balleer

Suat Yilmaz hat bereits 2010 in Gelsenkirchen damit begonnen: Als erster Talentscout hat sich der 40-Jährige, der selbst Hauptschüler war, in Schulen des nördlichen Ruhrgebietes auf die Suche nach Kindern aus bildungsfernen Schichten mit guten Noten gemacht und ihnen dabei geholfen, ihren Wunschberuf zu erlangen. Schulen und Hochschulen nehmen sich seine Arbeit zum Vorbild - und erfahren großen Zuspruch von allen Seiten für das "Talentscouting".

Das in Nordrhein-Westfalen gestartete Projekt zur Förderung junger Talente stößt auf immer größeres Interesse. Schon jetzt kooperierten 75 Schulen mit den sieben am "Talentscouting"-Projekt beteiligten Hochschulen im Ruhrgebiet, teilte das NRW-Wissenschaftsministerium in Düsseldorf mit. Die Schüler werden dabei von über 30 Talentscouts betreut. "Die Rückmeldungen aus den Schulen, von den Eltern und den Talent- scouts sind überwältigend.

"Dass die Talente da sind, daran besteht kein Zweifel. Man muss sie allerdings auch finden und fördern", sagte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) beim Besuch einiger "Talentschulen" in Essen und Gelsenkirchen. Die geförderten Schüler werden ausführlich beraten, lernen Studenten kennen, besuchen Orientierungsveranstaltungen an Hochschulen oder bekommen Hilfe bei der Suche nach einem Stipendium. Ab 2017 beteiligen sich sieben weitere Hochschulen: die RWTH und die Fachhochschule in Aachen, die Uni und TH Köln, die FH Ostwestfalen-Lippe (mit den Universitäten Bielefeld und Paderborn sowie den Fachhochschulen Bielefeld und OWL). Auch die Universitäten in Düsseldorf und Wuppertal beteiligen sich.

Das Land fördert die Hochschulen von 2017 bis 2020 mit insgesamt acht Millionen Euro zusätzlich. Für die NRW-Landesregierung habe die Entkopplung von Herkunft und Bildungschancen eine hohe Priorität. Bisher entschieden sich nur etwas mehr als 20 Prozent der Kinder aus Familien ohne akademische Erfahrung für ein Studium, bei Akademikerfamilien seien es dagegen fast 80 Prozent. Um diese Zahlen zu verändern, seien die Talentscouts im Einsatz.

Anlaufstelle für Talentscouts, Lehrer, Berufsberater, Ausbilder und Lehramtsstudierende ist das NRW-Talentzentrum in Gelsenkirchen - mit Beratungs- und Qualifizierungsangeboten.

Quelle: RP
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