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Dozentenleben
Welcher Typ bin ich?

Machen Sie gerne Tests? In allen Frauenzeitschriften kann man - manchmal sinnige, manchmal unsinnige - Fragen beantworten, deren Antworten einem dann verraten, welcher Mode-, Party-, Urlaubs- oder Diät-Typ man so ist. Je nach Ergebnis kauft man sich einen neuen Lippenstift oder schmeißt den Test in den Papierkorb. Leider ist diese Lockerheit im Umgang mit Testergebnissen gar nicht mehr gegeben, wenn es um die Studien- und Berufswahl geht. Und so sitzt Lukas total entmutigt vor mir. Eigentlich wollte er immer Förster werden. Alle seine Sommerferien hat er als Praktikant im Sauerland und der Lüneburger Heide verbracht. Von Karin Wilcke

Dann hat er aus Neugier einen Test mitgemacht, bei dem Zahnarzt herauskam. Zahnarzt? Ja, das sei das eindeutige Testergebnis, und seine Eltern fänden das ganz toll, weil doch auch seine Schulnoten so gut seien. Lukas ist richtig verzweifelt. Für ihn war das Testergebnis gewichtiger als sein innerster Wunsch. So erzähle ich ihm von meiner Testerfahrung. Ich mache nämlich sehr gerne Tests mit, vor allem Studienwahltests. Ich bin mit großer Überzeugung Germanistin und amüsiere mich königlich über Ergebnisse, die mir etwas komplett anderes vorschlagen. Beim Test der Uni Hohenheim habe ich wohl angeklickt, dass ich mich für gesundes Essen interessiere, und schwups wurde mir das Studium der Agrarwissenschaften vorgeschlagen. Denn Germanistik gibt es in Hohenheim nicht. Alle Tests von Hochschulen sind so ausgelegt, dass dem Testteilnehmer möglichst ein Fach der Uni angeboten wird, die den Test ins Netz stellt. Studien- und Berufswahltests sind eine nette Anregung, sich mal mit einem Fach oder Beruf zu beschäftigen, woran man noch gar nicht gedacht hat. Mehr nicht. Mein letzter Test sagt übrigens, ich sei der Sommertyp. Na, dann kaufe ich mir jetzt mal einen neuen Lippenstift.

Quelle: RP
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