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Bonn
Weltweit Berufserfahrung sammeln

Bonn. Wer für ein Praktikum ins Ausland geht, sammelt wertvolle Punkte für seinen Lebenslauf.

Eine Zeit im Ausland gelebt zu haben, gehört für viele junge Akademiker dazu. Doch es muss kein Studienaufenthalt sein: Ein Praktikum im Ausland bietet Einblicke in eine fremde Arbeitswelt.

Der DAAD vermittelt Fachpraktika mit Bezug zum Studium oder einer wissenschaftlichen Tätigkeit. Darunter sind außergewöhnliche Ziele. Viele der Praktikumsstellen, die vom DAAD angeboten werden, liegen in Brasilien, Russland, Indien oder China. Doch nicht immer ist weit weg auch besser. "Viel wichtiger als der Exotikfaktor ist die Frage, was vor Ort gemacht wird", sagt Robert Helm-Pleuger, Berater bei dem Netzwerk Eurodesk.

Das Netzwerk Eurodesk unterstützt alle, die einen Auslandsaufenthalt planen. "Egal, ob als Freiwilliger oder Praktikant", so Helm-Pleuger. Gerade für Jugendliche sei ein Praktikum oft nicht das Richtige: "Die meisten wollen vor allem Auslandserfahrung sammeln." In diesem Fall rät der Experte zu einem internationalen Freiwilligendienst. Auszubildende könnten dagegen von einem Auslandspraktikum profitieren. Sinnvoll sei das gegen Ende der Ausbildung: "Sonst landen die Jüngeren ohne Berufserfahrung hinterm Kopierer."

Am einfachsten kommt man an ein Auslandspraktikum, wenn es bereits Kooperationen an der Uni oder im Betrieb gibt. Anlaufstellen für Azubis sind die Industrie- und Handelskammern. Für Hochschüler gibt es an den meisten Hochschulen Beratungsstellen beim Akademischen Auslandsamt oder dem internationalen Büro, die bei der Suche nach Praktikumsstellen und dem Antrag auf Fördergelder helfen.

Claudia Schönherr berät im Leonardo-Büro Sachsen in Dresden Studenten bei der Planung von Auslandspraktika. "Vor der Suche nach einem Praktikumsplatz sollte man herausfinden, welche Förderbedingungen eingehalten werden müssen", sagt sie. Zudem sollte vorab geklärt werden, ob die Auslandsstation von der Hochschule als Pflichtpraktikum anerkannt wird. Zur Planung gehört auch, sich über die Finanzierung Gedanken zu machen. Von der EU werden Auslandspraktika unterstützt, wenn sie Teil einer Ausbildung oder des Studiums sind: ",Erasmus+' fördert Auslandsaufenthalte in allen beteiligten EU-Ländern", sagt Schönherr.

Jeder Student kann die Erasmus-Förderung für maximal 360 Tage beanspruchen. Es ist egal, ob das Kontingent für ein Studium oder ein Praktikum im Ausland genutzt wird. "Die Bewerbung für ein Erasmus-Stipendium muss während des Studiums erfolgen", sagt Schönherr. "Das Praktikum selbst kann bis zu zwölf Monate nach dem Studienabschluss gemacht werden." Die Fördersätze richten sich bei "Erasmus+" nach den Lebenshaltungskosten im Einsatzland. Ähnlich ist das bei den Praktika, die der DAAD anbietet. Er bietet sie mit Hilfe internationaler Programme an. Die größten, RISE und IAESTE, richten sich vor allem an Ingenieure und Naturwissenschaftler. Etwa 600 Praktikumsplätze werden allein durch IAESTE jedes Jahr aus Deutschland besetzt.

Auf dem Markt für Auslandspraktika tummeln sich auch kommerzielle Wettbewerber: Das Angebot sei in den vergangenen Jahren gestiegen, sagt Helm-Pleuger und warnt: "Bei kommerziellen Anbietern sollte man sehr genau hinschauen, wofür Kosten entstehen." Selbst wenn die Zusage für den Praktikumsplatz und die Förderung stehen, gibt es noch einiges zu tun: "Ein Touristenvisum reicht bei einem Praktikum in der Regel nicht aus", sagt Schönherr. Die Einreise muss geplant werden. Außerdem sollten sich Praktikanten gut über das Gastland informieren.

(dpa)
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