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London
Britische Forscher dürfen Embryonen gezielt verändern

London. In Großbritannien sollen Forscher künftig das Erbgut menschlicher Embryonen gezielt verändern dürfen. Die zuständige Behörde HFEA (Human Fertilisation and Embryology Authority) erlaubte dem Londoner Francis Crick Institute, solche Versuche an Embryonen bis zum Alter von sieben Tagen mithilfe neuer Techniken durchzuführen. Damit wollen Wissenschaftler die Erfolgsrate künstlicher Befruchtungen steigern. Die Erlaubnis gelte aber ausschließlich zu Forschungszwecken, betonte die Behörde. Veränderte Embryonen dürften keiner Frau eingesetzt werden. Bevor das Forscherteam starten kann, muss noch eine Ethikkommission zustimmen.

Die Wissenschaftler des Instituts wollen die Erfolgsraten künstlicher Befruchtungen erhöhen. Insbesondere interessiert die Gruppe um Kathy Niakan, warum es zu Fehlgeburten kommt und wie diese verhindert werden können. Dazu müsse man "verstehen, welche Gene menschliche Embryonen brauchen, um sich erfolgreich zu entwickeln", erläuterte Niakan. Die Embryonen sollen Paare spenden, die nach künstlicher Befruchtung nicht alle befruchteten Eizellen benötigen. Aktives Verändern der menschlichen DNA ist äußerst umstritten und in vielen Ländern - auch in Deutschland - verboten. Kritiker befürchten, dass sogenannte Designerbabys geschaffen werden könnten.

(dpa)
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