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Das große Punschkonzert

Das große Punschkonzert
FOTO: red
Warum muss es immer Glühwein sein? Der Punsch ist auch heiß, süß und aromatisch. Aber Vorsicht: Mitunter hat er noch mehr Umdrehungen. Von Martina Stöcker

Heißgetränke mit Alkohol genießen einen schlechten Ruf. Das liegt am oftmals schlechten Weihnachtsmarkt-Glühwein, der schon nach wenigen Schlucken den Gaumen verklebt, und am Jagertee für Skifahrer auf der Hütte, der außer nach Alkohol nach nicht wirklich viel schmeckt.

Dabei verdienen Punschgetränke mit und ohne Alkohol oder mit Ei (Eggnog) etwas mehr Aufmerksamkeit. Einer, der sich der Sache angenommen hat, ist Sascha J. Schömel, Sommelier im "Ketschauer Hof" in Deidesheim und Autor des Buchs "Punsch", der neue Varianten kreiert hat. Für ihn ist Punsch ein ziemlich nostalgisches Getränk, das Herzen und Gemüter wärmt. "In Deutschland war Punsch einmal der Silvestertrunk schlechthin, aber leider ist er zugunsten von Sekt und Champagner aus der Mode gekommen", sagt er. Für seine Kreationen verwendet er Gewürze, frische Kräuter, Säfte und allerhand Alkohol. Darunter sind gewagte Kombinationen wie Rote Bete mit Rum und Klassiker wie der schwedische Glögg, Cidre mit Wacholder oder der friesische Eiergrog. Und er wagt sich sogar an einen Altbierpunsch mit Himbeeren, Pfirsichsaft, Eigelb und Sahne heran, was die Altbierfreunde in der Redaktion entsetzt aufschreien lässt und einen Kollegen trocken kommentieren lässt. "Das schmeckt ja noch nicht mal kalt..." Sei's drum.

Für Punsch typisch ist ein relativ hoher Alkoholgehalt, denn meist kommt neben Säften, Tees und Wein auch noch ein ordentlicher Schuss Hochprozentiges mit hinein. Traditionell ist dies Arrak, ein Schnaps aus Zuckerrohr, Palmsaft oder Reismaische. Heutzutage ist es häufiger Rum, Gin oder auch Wodka. Englische Seefahrer brachten den Punsch im 16. Jahrhundert nach England. Der Begriff stammt vom Hindu-Wort für "fünf", denn fünf Zutaten machten das Getränk aus: Wasser, Wein, Zitronensaft, Gewürze und Zucker. "Am meisten gefällt mir daran jedoch, dass man mit wenig Zeitaufwand aus einer Hand voll Zutaten etwas richtig Gutes zaubern kann: Topf auf den Herd, alles rein, einmal umrühren - und fertig ist der Genuss!", sagt Schömel.

Und für wen Punsch nicht das Richtige ist, für den gibt es ja immer noch Glühwein. Aber nicht den üblichen vom Weihnachtsmarkt, sondern bitte den selbst gemachten. Wie geht das? "Flasche kaufen und warm machen", sagt die Kollegin. Kann man machen, geht aber noch besser. Denn wer den Glühwein selbst ansetzt, ist vor allen Dingen Herr über den Zucker. Und wer sonst keine lieblichen Weine mag, der trinkt auch nicht gerne die heiße, übersüße Plörre. Also nimmt man sich einen trockenen Weiß- oder Rotwein, Gewürze der Wahl wie Zimtstangen, Sternanis, Nelken oder auch Kardamomkapseln und Pfefferkörner, Orangenscheiben oder Schale und ein wenig Zucker. Man ist überrascht, wie wenig es eigentlich braucht für einen Becher warmen Würzwein.

Quelle: RP
 
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