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HipHop
Die Geschichte des Rap

HipHop ist die einflussreichste Jugendkultur der vergangenen 20 Jahre. Wir erzählen die Entwicklung des Genres anhand von zehn besonders wichtigen Songs und einem Bonustrack. Von Philipp Holstein

HipHop ist entstanden, weil sich Jugendliche in New York von der Musik ihrer Zeit nicht repräsentiert fühlten. Es war Mitte der 70er Jahre, Disco war der Soundtrack dieser Jahre, und Männer wie DJ Kool Herc und Grandmaster Flash mischten mit zwei Plattenspielern die instrumentalen Stellen großer Hits zu einem Soundteppich und sprachen darauf Geschichten aus ihrem Alltag. Etwas Neues kam in die Welt, und binnen weniger Jahre entwickelte sich eine eigene Sprache, eine Art, sich zu kleiden, zu bewegen und Zugehörigkeit zu signalisieren. HipHop ist ein Lebensstil, Rap die zugehörige Musik, und das Attraktive daran ist, dass es kaum Zugangsvoraussetzungen gibt. Im Grunde kann jeder rappen, also zur Musik etwas aus seinem Leben erzählen, seinen Blick auf die Welt darlegen, sich ausdrücken.

Als "Seismograph sozialer Erschütterungen" hat Klaus Farin vom Archiv der Jugendkulturen das Phänomen HipHop bezeichnet. Das Eigentümliche dabei war stets, dass HipHop nicht wie Punk raus aus der Gesellschaft wollte, sondern im Gegenteil: mitten hinein. Das ist vielen Künstlern gelungen. Dr. Dre etwa begann als widerständiger Geist bei N.W.A und ist nun Milliardär. Er verkörpert damit zugleich das märchenhafte Ideal der Erzählung des HipHop, den sozialen Aufstieg.

Wer beklagt, dass in der Liste Nas fehlt oder Tupac, sei beruhigt: Um die Entwicklung nachzuvollziehen, haben wir - angeregt vom amerikanischen "Rap Year Book" - nicht die besten Stücke ausgewählt. Sondern jene, an denen man gut erklären kann, wie Musik sich verändert hat und Neues vorgestellt wurde.

1979:

"Rapper's Delight" ist nicht der erste Rap-Song, aber der erste, der im Radio lief und ein kommerzieller Erfolg wurde. Rap war zuvor ein Live-Erlebnis, man traf sich auf der Straße. Die Sugarhill Gang aus New Jersey ging nun ins Studio, und in den 15 Minuten, die sie über das Instrumental von Chics Disco-Hit "Good Times" rappte, entwarf sie die Choreographie des Genres: Sie stellten sich vor, bauten eine Verbindung zum Hörer auf und schilderten Episoden aus ihrem Leben. In erster Linie ging es ihnen darum, die Menschen zum Tanzen zu bringen: "To the rhythm of the boogie, the beat."

Quelle: RP
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