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Dinosaurier waren schon vor Meteoriteneinschlag bedroht

Reading. Schon lange vor dem verheerenden Meteoriten-Einschlag vor 66 Millionen Jahren ging es einer Studie zufolge mit den Dinosauriern bergab. Viele Millionen Jahre vor ihrer endgültigen Auslöschung verschwanden mehr Dino-Arten von der Erde als neue entstanden, berichten britische Forscher der US-Akademie der Wissenschaften. Die mangelnde Fähigkeit, ausgestorbene Arten durch neue zu ersetzen, habe die Tiere anfällig gemacht. Sie seien unfähig gewesen, schnell auf die Katastrophe zu reagieren und sich davon zu erholen.

Die Fachleute gehen davon aus, dass ein Meteoriten-Einschlag im Bereich des heutigen Mexiko am Ende des Erdmittelalters das Ende der Dinosaurier besiegelte. Weit strittiger ist die Frage, ob es schon vor diesem Ereignis ein Sauriersterben gab, bei dem die Vielfalt unter diesen Tieren abnahm. Frühere Arbeiten zu dieser Frage hätten evolutionäre Dynamiken wie Artensterben und Artenbildung nicht ausreichend berücksichtigt und verfügten nicht über genügend statistische Aussagekraft, schreiben die Wissenschaftler der University of Reading.

Sie analysierten nun statistisch im Detail die Stammesgeschichte aller Dinosauriergruppen. Die Analyse liefere überwältigende Unterstützung für die Annahme, dass sich die Artbildungsrate bei nahezu allen Dinosauriern vor dem endgültigen Verschwinden verlangsamte bis sie schließlich unterhalb der Aussterberate lag. Das passierte spätestens 24 Millionen Jahre vor dem Meteoriten-Einschlag. Ausnahmen bildeten lediglich die pflanzenfressenden Hadrosaurier und Ceratopsidae. Bei ihnen stellten die Forscher eine sehr hohe Artbildungsrate fest. Möglicherweise war es diesen gelungen, durch die Ausbildung kräftiger Kiefer und Zähne spezielle Pflanzen für sich als Nahrungsgrundlage zu erschließen.

Die Forscher stellten zudem den bereits vermuteten Zusammenhang zwischen der Artbildungsrate und der Höhe des Meeresspiegels fest. Demnach bildeten sich mehr Arten, wenn der Spiegel stieg. Durch den Anstieg des Wassers werden Landmassen voneinander getrennt und Populationen isoliert, wie das Team erklärt. Eine solche geografische Isolation führe zur Entstehung neuer Arten. Was genau den Niedergang der Dinosaurier-Vielfalt verursacht hat, sei unklar, schreiben die Wissenschaftler. Intensivierter Vulkanismus, Klimaveränderungen oder ökologische Interaktionen mit sich schnell ausbreitenden Tiergruppen seien denkbare Ursachen.

(dpa)
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