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Bar-Wissen
Drink für Hinterwäldler

Limetten-Achtel und Zucker ins Glas, kräftig mit dem Holzstößel andrücken, jede Menge Crushed Ice dazu und mit Cachaça, Zuckerrohrschnaps, auffüllen. Fertig ist der Caipirinha. Cachaça, (gesprochen: Kaschassa) ist ein brasilianischer Zuckerrohrschnaps, der eng mit dem Rum verwandt ist. Der Name Caipirinha leitet sich ab von dem brasilianischen Wort "Caipira", was so viel wie Landbewohner oder auch Hinterwäldler heißt. Früher haben sich die armen Bauern in Brasilien aus Zuckerrohr selbst Schnaps gebrannt. Pur schmeckte der Selbstgebrannte aber nicht. Und da es Limetten im Überschuss gab, hat man den Schnaps einfach mit Zucker und Limetten trinkbar gemacht.

Zur perfekten Zubereitung eines Caipirinhas hat fast jeder Barkeeper seine eigene Philosophie. Angefangen beim Cachaça selbst. Günstig hergestellte Massenprodukte schmecken natürlich anders als in kleinen Mengen hochwertig hergestellte Destillate. Ähnlich vielschichtig ist das Thema Zucker. In Deutschland kommt häufig brauner, karamellisierter Zucker zum Einsatz: Dabei ist das eigentlich ein Irrtum, denn laut brasilianischer Tradition gehört feiner, weißer Rohrzucker ins Glas. Denn der braune Zucker löst sich schlecht auf, und sorgt immer für ein krümeliges Gefühl auf der Zunge.

Bei den Limetten sind sich alle Barkeeper einig: Frisch müssen sie sein und in Bio-Qualität - schließlich kommt die Schale mit ins Glas. Dennoch bitte vorher einmal waschen, denn auch Bio-Limetten haben eine schützende Wachsschicht.

Quelle: RP
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