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Düsseldorf-Festival
Kultur im Spagat

Düsseldorf. Das Düsseldorf-Festival geht in die nächste Runde. Wir haben das Programm unter die Lupe genommen und Vielversprechendes entdeckt. Von Judith Pohl und Nina Wieneke

Konzerte, Tanzaufführungen, Artistik und Theaterstücke sollen beim Düsseldorf-Festival zuweilen sogar die Zuschauer dazu bringen, ihre Grenzen zu überschreiten. 40 internationale Produktionen sind vom 13. September bis zum 2. Oktober in Düsseldorf zu sehen. Wir haben einige Höhepunkte zusammengestellt.

Die Stadt ist offen für Neues Die italienische No Gravity Dance Company eröffnet mit ihrem Stück "Aria" das Festival. Vom 13. bis zum 15. September, jeweils ab 20 Uhr, fordern die Tänzer in ihrem Stück die Schwerkraft heraus. 13 Sequenzen, die von Musik von Monteverdi und Vivaldi begleitet werden, zeigen sie im Festivalzelt auf dem Burgplatz. Es ist der erste Auftritt der Kompanie auf einer deutschen Bühne.

Nicht nur etwas für die Augen, sondern auch für die Ohren ist "Myousic". Vom 14. bis zum 16. September, immer ab 20 Uhr, gibt der Schweizer Komponist Dimitri de Perrot zusammen mit dem Schlagzeuger Julian Sartorius im Tanzhaus NRW ein Konzert der anderen Art. Resonanzkörper und Klangerzeuger im gesamten Saal sollen die Musik am ganzen Körper erlebbar machen.

Etwas für den Geist hingegen bietet die koreanische Choreografin Eun-Me Ahn am 26. und 27. September jeweilsab 20 Uhr im Theaterzelt. In ihrem Stück "Ahnsim Dance", das Auftakt einer Trilogie ist, lässt sie blinde und sehende Tänzer eine Geschichte über das Anderssein erzählen.

Vom 30. September bis zum 2. Oktober treten schließlich die Ausnahmeartisten von "Les 7 doigts de la main" mit ihrem neuen Stück "Réversible" im Theaterzelt auf.

Für Entdecker und Reiselustige

In "Süditalien - Heimat und Sehnsuchtsort" nehmen der Schauspieler Peter Lohmeyer und die Sängerin Etta Scollo die Zuschauer mit nach Italien. Lohmeyer erzählt Geschichten, die von Einheimischen und Reisenden stammen. Die Sizilianerin Scollo und ihr Trio bereichern den Abend mit Musik. Die Reise beginnt am 24. September um 20 Uhr im Theaterzelt.

Die Aufführung "Y Olé!" verbindet unterschiedliche Tanzstile miteinander. So treffen Flamenco und HipHop auf klassische Tänze und afrikanische Rhythmen sowie Musik aus den 60ern. Wer sich nicht vorstellen kann, dass das funktioniert, sollte am 19. oder 20. September um 20 Uhr im Theaterzelt vorbeischauen.

"Babylon Im- und Export" ist eine Expedition der Theatergruppe "per.Vers." durch die Bahnhofsgegend. Die Darsteller spielen ein Expertenteam mit großen Visionen von einem Wohnkomplex, die Zuschauer werden zu möglichen Mietern. Expeditionen gib es vom 14. bis 16. und vom 21. bis 23. September jeweils ab 18 Uhr. Treffpunkt: an den Alten Farbwerken. Von dort aus geht es zu Fuß und mit dem Bus durch die Stadt.

Für die Seele

Musik hat tröstende Eigenschaften. Damit beschäftigt sich der Musikredakteur der Rheinischen Post, Wolfram Goertz, seit Jahren. Bei seinen Hörabenden "Musik - Balsam für die Seele", 17. und 18. September ab 19.30 Uhr, kommentiert er Musikstücke von Bach über Grönemeyer bis zu Sting und Billy Joel. Es sollen Abende der großen Emotionen in der Düsseldorfer Neanderkirche werden.

Der Choreograf Guru Dudu lädt wie schon im vergangenen Jahr zu seinen "Silent Disco Walking Tours". Das sind Flashmobs, bei denen die Teilnehmer Kopfhörer tragen und an lokalen Sehenswürdigkeiten tanzen. Zusammen mit dem tanzenden Publikum kreiert der Choreograf große Improvisationen. Die Festivalmacher versprechen eine "Seelenmassage". Treffpunkt ist am 20. September um 19 Uhr das Theaterzelt. Vom 21. bis zum 23. September gibt es täglich zwei weitere Termine - um 18 und 20 Uhr.

Vielfalt in der Musik

Der Chor und das Orchester der St. Andreas Kirche sind ebenfalls Teil des Programms. Unter der Leitung von Martin Fratz bringen sie am 14. September ab 19.30 Uhr Händels Oratorium "Messias" in der Kirche zu Gehör.

Istanbul in Düsseldorf gibt es am 29. September ab 20 Uhr. Dann sind die drei Virtuosen des türkischen Taksim-Trios mit ihrer Deutschlandpremiere "Ahi" im Theaterzelt zu sehen. Mit ihrer Mischung aus anatolischer Volksmusik und orientalischem Pop beleben sie die Tradition unerschrocken neu.

Das Ensemble l'arte del mondo lässt zusammen mit der italienischen Rockband Pigreco in ihrem Stück "Orfeo 2.0" am 28. September ab 20 Uhr im Theaterzelt die Oper in neuen Tönen erklingen. Und der US-amerikanische Pianist und Organist Cory Henry spielt in seinem aktuellen Programm "The Revival" alles: von Soulmusik über progressiven Jazz bis hin zu gnadenlosem Rock. Zu hören ist er am 21. September ab 20 Uhr im Theaterzelt.

Quelle: RP
 
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