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Vor der Sylter Westküste
Ein rosa Teppich aus Meeresleuchttierchen
Vor  der Sylter Westküste: Ein rosa Teppich aus Meeresleuchttierchen
Der Sylter Umweltbeauftragte und Planktologe Norbert Grimm zeigt den rosa Teppich an der Sylter Küste. FOTO: dpa, Nils Jesumann
Westerland/Sylt. Was ist rosa und schaumig und treibt vor der Sylter Westküste? Ein relativ seltenes Naturphänomen ist vor der Nordseeinsel aufgetreten. Ein Teppich aus Meeresleuchttierchen hatte sich kilometerlang ausgebreitet.

Diese Plankton-Organismen haben einen Durchmesser von etwa 0,5 Millimetern. Bei vielen Menschen habe die Masse Besorgnis ausgelöst, berichtete die "Sylter Rundschau". Die Tierchen seien aber ganz ungefährlich, sagt der Sylter Umweltbeauftragte Norbert Grimm.

Eine solche Ansammlung wie die aktuelle könne nur im Juli und August entstehen. Grund ist die Planktonabfolge im Meer: Zunächst käme das pflanzliche Plankton, dann das tierische. Die Meeresleuchttierchen weiden früher auftretende Algen ab. D

ie Tierchen seien erst zu sehen, wenn sie zusammengeballt auf dem Wasser schwimmen. "Die Farbe hängt von der Konsistenz ab. Wenn alles noch wässrig ist, sieht es rostrot aus." Verdicke sich die Menge, etwa in einem sogenannten Feuchttümpel, "bleibt eine rosafarbene, gallertige Masse, schaumig, wie Eiweiß oder Tapetenkleister". Gestank verbreite der Teppich aber nicht: "Das riecht eher frisch."

Das Leuchten des Planktons sei eine sogenannte Biolumineszenz, ein chemischer Prozess, der durch Berührungsreize ausgelöst werde, ähnlich wie bei einem Leuchtkäfer. Das entstehende Licht sei kalt. Das Phänomen kann laut dem Planktologen Grimm jedes Jahr entstehen.

Verbreitet sei der Organismus weltweit, sagt Matthias Strasser vom Alfred-Wegener-Institut in List. Es brauche aber einen höheren Salzgehalt, komme hierzulande also in der Nordsee und salzhaltigen Bereichen der Ostsee vor. Um den Leuchtteppich aber zu entdecken, braucht man Glück und die richtige Position. An der Sylter Brandungsküste ist der Teppich bereits wieder vom Winde verweht.

Quelle: dpa
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