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Es braucht keine Soja-Sauce zum Sushi

Das Adjito in Düsseldorf-Bilk will die japanische Küche ein wenig modernisieren. Ein "Geheimversteck" ist es längst nicht mehr.

Das Adjito an der Lorettostraße im Düsseldorfer Stadtteil Bilk hat kürzlich eröffnet und gilt schon jetzt als gute Adresse für japanische Leckereien.

Gut gelegen? Die Lorettostraße war bis vor einigen Jahren eine laute Einfallstraße für Pendler und ohne Charme. Das hat sich tiefgreifend geändert. Angesagte Bars und Restaurants, kreativ gestaltete Geschäfte für Mode und allerlei Schnickschnack, ein Friseur namens Fein-Schnitt - die Szene lockt zwischen schräg und pfiffig. Mittendrin das Adjito - im Design perfekt angepasst ans hippe Umfeld: Dunkles Holz, ein knallrotes Ledersofa mit massivhölzernen Beistellhockern am Eingang, das Mobiliar sehr pur, ohne Zierrat. Mittendrin im offenen Karree die Küche, in dem ein halbes Dutzend Leute werkelt. Adjito heißt zwar "Geheimversteck" - aber das ist es längst nicht mehr. Offenbar hat sich herumgesprochen, was das Restaurant bietet. Gut geschmeckt? Wer Japans Küche mag, wird diese Frage mit einem klaren "Hai!" beantworten. Die übersichtliche Karte wird vom kompetenten Service erläutert, wir lassen uns aufklären, man versuche, japanische Tradition mit europäischem Einfluss zu vereinen. Was das am Ende sein soll, wird uns später klar. Als Aperitif wählen wir einen Sake, der uns (für 7 Euro) eiskalt in einer eleganten Champagnerflöte gereicht wird - köstlich! Aber mit 17 Prozent Alkohol auch stark genug, einen Samurai friedlich zu stimmen. Weil uns der Name Avo Cado (Untertitel: "Avocado trifft auf Lachs mit Wasabi und Tomate")) neugierig macht, bestellen wir diese Vorspeise (5,50) und freuen uns über eine perfekt angemachte Avocado, gereicht in der ausgehöhlten Schale mit rohem Lachs - Sushi mal anders. Auch die Adjito Tapas (frittiertes Gemüse, Shrimps, knuspriger Bacon, 6 Euro) machen Gaumen wie Auge Spaß und überzeugen durch ein schönes Arrangement auf einer ovalen Schale aus Keramik. Pulled Beef (16 Euro), eines der Hauptgerichte, kannten wir bisher nur aus der amerikanischen Barbecue-Küche und wollten erleben, was Japaner daraus machen. Ganz einfach: Sie schmoren Rindfleisch so lange, bis es von selbst zerfällt und mit Stäbchen leicht essbar ist, servieren es auf einem Bett aus eindeutig europäischem Kartoffelsalat und schmecken das Ganze mit TeriyakiSauce ab - großartig!. Kein Japan-Essen ohne rohen Fisch - angeboten wird er als Adjito-Sushi (11 Euro). Spätestens dabei wird klar, wer die Richtung vorgibt - Japans Küche. Und wer immer dieses Sushi zusammensetzte, versteht sein Fach. Überraschend? Hoffentlich wird diese Vielfalt aus West und Fernost weiter gepflegt. Auch japanische Gäste scheinen das zu mögen: Mindestens die Hälfte der Plätze waren mit ihnen besetzt. Die sonst obligatorische Soja-Sauce stand nicht auf dem Tisch und wird nur auf Wunsch gereicht. Vermisst wird sie nicht.

Den Preis wert? Auf jeden Fall, sogar preiswert: Wir zahlten für zwei Personen mit einem Sake, einem Wein, zwei Vorspeisen und einer Flasche Wasser rund 70 Euro. Gut bedient? Der Service war kompetent und freundlich. Obwohl alle Tische reserviert waren, bemühte man sich, uns unterzubringen, und bot für später geblockte Plätze an - mit dem höflichen Hinweis, aber nur zwei Stunden Zeit zu haben. Fazit Zufriedener Gruß an die Küche - Ambiente, Essen und Service sind prima. Aber der Versuch, telefonisch einen Platz zu reservieren, scheiterte an unklarer Kommunikationslage. Das sollte besser werden.

INFO Adjito, Lorettostraße 18, 40219 Düsseldorf, Tel. 0211 97179753. Do 18 bis 0, Fr 18 bis 1, Sa 18 bis 1, So 17 bis 23, Di 18 bis 0, Mi 18 bis 0 Uhr

Quelle: RP
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