| 08.32 Uhr

Filmmusik aus "Der Pate" zur Currywurst von der Ente

Die Bar und das Restaurant des Breidenbacher Hofs in Düsseldorf sind lockerer, als es die pompöse Empfangshalle vermuten lässt.

Gut gelegen? Zentraler kann man in Düsseldorf nicht residieren: Auf der einen Seite grenzt der Breidenbacher Hof an die Kö, auf der anderen an die Heinrich-Heine-Allee. Das Hotel ist daher bei Besuchern aus arabischen Ländern, Russland und China beliebt. Wer zum Shoppen oder für Oper, Kunst und Schauspielhaus in die Landeshauptstadt kommt, kann das meiste zu Fuß erreichen. Mit seinem Restaurant "1806" und der Bar, beide im 1. Stock, versucht man aber auch Nicht-Hotelgäste ins Haus zu locken. Und das mit Preisen, die nicht höher sind als in anderen angesagten Restaurants der Stadt. Womöglich fürchtet man bei manchen Passanten eine Hemmschwelle. Gut geschmeckt? Auf jeden Fall! Wer im Hotel essen will, kann das auf der Galerie vor der Bar oder im dahinter liegenden Restaurant "1806" tun. Wir entschieden uns für einen Tisch vor der Bar mit Blick hinab ins Foyer. Als Vorspeise entschieden wir uns für Erbsensuppe mit pochiertem Wachtel-Ei und Minze sowie für das russische Nationalgericht Borschtsch. Beides steht mit zwölf Euro auf der Karte. Die fein pürierte Suppe mit einigen ganzen Erbsen als Deko sowie dem Ei und Schinken bekam durch die frische Minze eine bisher nicht gekannte Note - perfekt abgestimmt, einerseits deftig, andererseits raffiniert. Borschtsch hatten wir zuletzt vor vielen Jahren in St. Petersburg gegessen und erinnerten uns an eine heiße, rote Suppe. Auf den Tisch kam die Suppe aus roter Bete - aber kalt (vorher von der freundlichen Serviererin vorsichtshalber angekündigt), und war, wie sich das gehört, mit saurer Sahne und Beeren angerichtet: Köstlich! Eher etwas für den kräftigen Biss: das Green Sandwich - Frischkäse mit Kräutern auf einem krossen, dunklen Brot, in zwei Portionen wie eine Pausenstulle witzig eingepackt in weißen Leinensäckchen. Da kapitulierte der kleine Hunger sehr schnell vor dem zweiten Sandwich, das uns aber gern für später daheim eingepackt wurde. Der Preis - 19 Euro - scheint uns allerdings angesichts eines wenig aufwendigen Belages aus Frischkäse und Avocado mit einem süß-sauren Relish ein bisschen happig. Gut geschmeckt hat es trotzdem.

Der eigentliche Anlass unseres Besuchs jedoch war die Currywurst. Sie steht seit Jahren auf der Karte, ist der Klassiker des Hauses - womöglich, weil sie aus Entenfleisch gemacht wird. Sie schmeckt intensiver als die aus Schwein oder vom Kalb, ist von angenehm fester Konsistenz und wird in einer aus Pommesbuden bekannten Wurstschale (freilich aus Porzellan!) serviert. Dazu gibt es knusprig frische Pommes Frites in einer Tüte aus bedrucktem Papier, das wie eine Zeitungsseite aussieht, alles in einem winzigen Metallständer steckend. Preis: 15 Euro. Den Preis wert? Wer im Breidenbacher Hof isst, erwartet kein billiges Essen. Die Preise sind jedoch nicht höher als in anderen vergleichbar angesagten Restaurants der Stadt. Wir hatten am Ende - allerdings ohne Wein - für zwei Personen für vier Gerichte und eine Flasche Pelegrino 79 Euro auf der Rechnung. Und waren sehr zufrieden. Zumal uns die ganze Zeit sanfte Klaviermusik begleitete, unter anderem das Thema aus "Der Pate" und Stücke aus "Cats" - also Katzenmusik der schönen Art. Andere Gerichte auf der Karte wie Wiener Schnitzel, Gulaschsuppe, gebratene Leber, Hühnchenbrust werden mit unter 20 Euro berechnet, deutlich teurer wird es bei Steaks und Fisch. Gut bedient? Wie in seinem solchen Hotel zu erwarten, ist der Service perfekt. Zurückhaltend freundlich, sehr aufmerksam und kompetent. Kurios nur, dass die beiden Suppen nicht gleichzeitig serviert wurden. Überraschend? Eine Currywurst von der Ente. Die ist für viele neu - und wird auch von muslimischen Gästen gern bestellt. Unbedingt testen! Fazit Ein Gruß an die Küche voller Anerkennung - eine kreative, handwerklich untadelige Kombination aus deftig und raffiniert.

Info Breidenbacher Hof, Königsallee 11, 40212 Düsseldorf, Eingang: Theodor-Körner-Straße 1-7, 0211 - 160 900

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Filmmusik aus "Der Pate" zur Currywurst von der Ente


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.