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Zahnbehandlungen 5.000 Jahre älter als gedacht
Schon vor 14.000 Jahren wurden Löcher im Zahn bearbeitet

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Das haben Sie noch nicht gewusst FOTO: proDente
Frankfurt/Main. Schon vor rund 14.000 Jahren wurden Löcher im Zahn bearbeitet: Einem internationalen Forscherteam gelang an einem kariösen Backenzahn aus der jüngeren Altsteinzeit der bisher älteste Nachweis für einen zahnmedizinischen Eingriff, wie die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung am Donnerstag in Frankfurt am Main mitteilte.

Das Loch in dem Zahn, der zu einem 14.000 Jahre alten Skelett gehörte, wurde mit einer kleinen spitzen Steinklinge bearbeitet. Die bisher ältesten derartigen Funde stammten aus der Jungsteinzeit vor rund 9000 Jahren. Damit ist die "Zahnmedizin" 5000 Jahre älter als bislang gedacht.

Karies zählt zu den häufigsten Infektionskrankheiten in modernen Industriestaaten. Doch auch steinzeitliche Jäger und Sammler hatten schon ein Problem mit faulenden Zähnen, das sich mit dem Einzug von Ackerbau und Viehzucht sowie der damit verbundenen veränderten Ernährung ausbreitete.

Nachweise für vorzeitliche Zahnbehandlungen sind äußerst selten. Die bisher ältesten Funde, Backenzähne mit Bohrlöchern, stammten aus Pakistan. Wissenschaftler der Senckenberg Gesellschaft sowie der Universitäten Bologna und Ferrara untersuchten nun den kariösen Backenzahn eines 14.000 Jahre alten Menschen, dessen Überreste 1988 in der Felshöhle von Riparo Villabruna in Norditalien gefunden wurde.

Der Fund lasse darauf schließen, "dass Menschen schon in der Altsteinzeit wussten, dass von Karies befallene Zähne behandelt werden müssen, indem infiziertes Gewebe entfernt und Löcher im Zahn gereinigt werden", erklärte Stefano Benazzi, Hauptautor der Studie.

Durch verschiedene Experimente schlossen die Wissenschaftler demnach aus, dass die markanten Absprengungen und Rillen am Zahnschmelz durch den Kauvorgang verursacht worden sein könnten.

"Die experimentellen Tests legen es nahe, dass die Rillen von sogenannten Mikrolithen, sehr kleinen steinzeitlichen Klingen oder Spitzen von bis zu drei Zentimeter Länge, verursacht wurden", erklärte Ottmar Kullmer, Mitautor der Studie, die im Fachjournal "Scientific Reports" veröffentlicht wurde.

(AFP)
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