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HipHop trifft Rock bei nothing, nowhere

Rock In den USA sind sie aus dem Häuschen über diese Platte. Endlich etwas Neues, jubeln viele. Die "New York Times" spricht vom vielversprechendsten Debüt des Jahres: Wenn Rockmusik eine Zukunft habe, dann so. Es geht um den 25 Jahre alten Joe Mulherin, der sich nothing, nowhere nennt. Soeben erschien sein erstes Album, es heißt "Reaper" und es ist schrecklich schön. Mulherin veröffentlicht seit zwei Jahren Musik unter dem Namen nothing, nowhere auf der Internet-Plattform Soundcloud.

Er produziert im Keller seiner Eltern und verschränkt in seiner Musik HipHop mit Emo. Das Genre Emo (ursprünglich ist das die Abkürzung für "Emotional Hardcore") war populär zur Jahrtausendwende, als Gruppen wie The Promise Ring und Dashboard Confessional ihre größten Erfolge feierten. Joe Mulherin baut alle seine Stücke auf einem Chassis aus schweren und mächtig düsteren Beats. Dazu spielt er die elektrische Gitarre wie eine akustische: Folk unter Strom.

Im Hintergrund wehen Geisterstimmen vorüber, manchmal schreit jemand, der Einfluss der britischen Melancholiker The XX ist spürbar. Mulherin erzählt immer von Sehnsucht und Verzweiflung, er rappt und jammert, er flüstert und presst, und was er sagt, klingt stets dringlich: Einsamkeit ist noch schöner, wenn man zusammen einsam sein darf. Bei SoundCloud gibt es derzeit viele Künstler, die HipHop und Gitarrenmusik synchronisieren. Sie gehören einer Generation an, die mit Limp Bizkit und Linkin Park aufgewachsen ist.

Ein anderer wichtiger Einfluss ist Drake, der die Grenze zwischen HipHop und R'n'B eingerissen hat und half, HipHop in jede Ecke der aktuellen Musikproduktion zu bringen. Der Unterschied zu den früheren Versuchen - Gitarre und Beats miteinander zu verheiraten - ist nun, dass nichts mehr aufgesetzt anmutet; alles funktioniert intuitiv. Veröffentlicht wurde "Reaper" auf dem Label von Pete Wentz von der Band Fall Out Boy. Und auch ein anderer von Joe Mulherins Helden hat geholfen: Das Lied "Hopes Up" singt nothing, nowhere im Duett mit Chris Carrabba von Dashboard Confessional.

Viel Schmerz, nur da und dort ein bisschen Trost. Der Sound der Gegenwart. Philipp Holstein

Quelle: RP
 
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