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Nürnberg
Im Schatten Galileis: Späte Ehre für fränkischen Astronomen

Nürnberg. Der fränkische Astronom Simon Marius (1573–1624) hat ein Denkmal am Himmel bekommen. Zu Ehren des Forschers, der nur einen Tag nach Galileo Galilei die vier großen Jupitermonde entdeckte, heißt der Asteroid "1980 SM" nun "7984 Marius". Das teilte die Internationale Astronomische Union mit. Der 1980 entdeckte Kleinplanet zieht seine Bahn um die Sonne im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter.

"Die Benennung des Planeten nach Simon Marius ist eine relevante internationale Anerkennung für einen bisher vergessenen Astronomen, der auf dem gleichen Niveau wie ein Galilei gearbeitet hatte", erklärte der Leiter der Arbeitsgemeinschaft "Simon Marius" der Nürnberger Astronomischen Gesellschaft, Pierre Leich.

Der Hofastronom der Ansbacher Markgrafen stand lange im Schatten von Galilei, der ihn damals des Plagiats bezichtigte. Kurz nach Erfindung des Fernrohrs entdeckten beide fast gleichzeitig die Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto. Marius erspähte sie am 8. Januar 1610, einen Tag nach dem Italiener. Der veröffentlichte seine Entdeckung noch im selben Jahr, Marius erst vier Jahre später. Erst im Februar war ein inzwischen 27-sprachiges Marius-Portal freigeschaltet worden.

(dpa)
 
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