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Wien
Ins neue Jahr mit Polka und Galopp
Wien. Wiener Philharmoniker zum zweiten Mal erfolgreich mit Dirigent Welser-Möst. Von Sandra Walder

"Prosit Neujahr" aus Wien: Mit dem wohl bekanntesten musikalischen Orchester-Ruf haben die Wiener Philharmoniker am Dienstag das neue Jahr für Millionen Fernsehzuschauer rund um den Globus eingeläutet. Mit einem schwungvollen Musikreigen der Strauß-Dynastie und Kompositionen von Wagner und Verdi umrahmt von einem Blumenmeer wurde das Neujahrskonzert seinem Ruf wieder gerecht.

Am Pult im Großen Saal des Wiener Musikvereins stand zum zweiten Mal der Österreicher Franz Welser-Möst, der ein seriös bis heiteres Programm souverän zum Besten gab. Der Maestro wagte sich auch an unbekannte Werke, bei der 73. Auflage des Konzertes standen elf Premieren auf dem Programm wie der Walzer "Aus den Bergen" von Johann Strauß Sohn oder das Spätwerk "Hesperusbahnen" von Josef Strauß. "Ich bin ein neugieriger Mensch", erklärte Welser-Möst bei der Programmpräsentation seine Auswahl. Neben den gewohnt bunten, beschwingten Reigen aus Walzer, Polka und Galopp der Strauß-Familie wurde erstmals auch den Jahresjubilaren Giuseppe Verdi und Richard Wagner Platz eingeräumt. Die beiden Meister feiern 2013 ihren 200. Geburtstag und waren mit dem Prestissimo aus "Don Carlo" und dem Vorspiel zum dritten Akt aus der Oper "Lohengrin" vertreten.

Die Internetseite der Musiker konnte dem Ansturm aus aller Welt kaum standhalten: Der digitale Auftritt der Philharmoniker war bis 2. Januar wegen der vielen Besucher nur eingeschränkt nutzbar. Im Fernsehen wurde das Konzert in 81 Länder weltweit übertragen und erreichte damit geschätzt 70 Millionen Menschen. Im Saal erlebten internationale Gäste auf den heiß begehrten Plätzen das Konzert. Neben Österreichs Bundespräsident Heinz Fischer klatschte auch die mittlerweile 90-jährige Urenkelin von Josef Strauß, Hedwig Aigner-Strauß, zum Radetzky-Marsch und lauschte dem Donauwalzer.

Der Saal war mit 30 000 Blüten in Rosa und Lila geschmückt. Eingespielt wurden Einlagen des Wiener Staatsopernballetts, die ins sommerliche Schloss Hof in Niederösterreich führten. Die Galoppin-Polka von Josef Strauß interpretierten die Tänzer ausgelassen in bunten Kostümen, während der Walzer von Johann Strauß Sohn "Wo die Zitronen blüh'n" romantisch aufgeführt wurde. Am Ende der offiziellen Aufführung zeigte sich Welser-Möst von seiner humoristischen Seite: Bei "Erinnerung an Ernst" von Johann Strauß Vater verschenkte er nicht nur Stofftiere an Orchestermusiker, sondern dirigierte mit Kochmütze und Kochlöffel die letzten Takte. Im kommenden Jahr wird Daniel Barenboim beim Neujahrskonzert am Pult stehen.

Quelle: dpa
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