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Düsseldorf
Kino mit Aussicht

Düsseldorf. Die "Filmschauplätze NRW" bringen Kino in touristisch reizvolle Regionen des Landes. Nachmittags kann man Burgen, Schlösser, Klöster besichtigen, abends Filme schauen. Von Dorothee Krings

Kino ist ein Gemeinschaftserlebnis. Das spürt man besonders im Sommer, wenn in vielen Städten draußen Leinwände aufgezogen werden, Menschen bei einem kühlen Bierchen plaudern und auf die Dämmerung warten. Dann werden die Projektoren angeworfen, und wie aus dem Nichts entstehen Geschichten, die eine große Zuschauerschaft in ihren Bann schlagen.

Die Film- und Medienstiftung NRW schafft solche Gemeinschaftserlebnisse vor historisch reizvoller Kulisse. Vor 20 Jahren begann sie eine ungewöhnliche Filmreihe, die Kino an anregende Orte im ganzen Land bringt: die "Filmschauplätze NRW". Im Jubiläumsjahr sind es natürlich 20 Filme an 20 Orten, wie die Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW, Petra Müller, launig anmerkt. In diesem Jahr sind besonders viele Orte im Münsterland, aber auch im Rheinland, Ruhrgebiet und dem Aachener Raum Filmschauplätze geworden.

"Wir suchen Filme und Orte, die zueinander passen, das schafft ein besonderes Erlebnis", sagt Anna Fantl, Projektleiterin bei der Film- und Medienstiftung. Dann läuft Spielbergs Pferdefilm "Gefährten" im Reitstadion am Schloss Wocklum oder Sönke Wortmanns "Die Päpstin" auf dem Kirchplatz in Nottuln. Außerdem seien die Filme oft in Städten zu erleben, die kein eigenes Kino mehr besitzen. "Wir locken Menschen vor die große Leinwand, auch um ihnen Lust auf Kino zu machen", sagt Fantl.

Die Schlossinnenhöfe, Kurparks und Klosteranlagen in Städten wie Freudenberg, Velbert oder Ahaus sind aber nicht nur stumme Kulisse. Vor jeder Vorführung gibt es am Nachmittag ein umfangreiches Programm für die Filmfreunde: Besichtigungsmöglichkeiten, Führungen, musikalische Darbietungen und meist auch kulinarische Angebote, um die Region geschmacklich kennenzulernen. Die Ortschaften nutzen ihre Chance, sich vorzustellen.

Inzwischen hat sich eine treue Zuschauerschaft entwickelt, die auch weite Anreisen in Kauf nimmt und das Kinoerlebnis mit einem Ausflug in die unbekannte Heimat NRW verbindet. "Das Programm vor Ort soll auf die Filme einstimmen, ist aber auch ein gesellschaftliches Erlebnis", sagt Fantl. "Die Leute lernen einander kennen und verabreden sich fürs nächste Mal."

Quelle: RP
 
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