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Heißester Juni aller Zeiten
Meteorologen melden neue internationale Hitzerekorde

Fotos: Zehn Naturwunder, die bald verschwinden werden
Fotos: Zehn Naturwunder, die bald verschwinden werden FOTO: flickr/ cc by-sa 2.0/Guillaume Baviere
Washington . Klimaforscher melden für den Juni gleich zwei Hitzerekorde: Zum einen war der Monat mit 61,48 Grad Fahrenheit (16,33 Grad Celsius) der heißeste Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor 136 Jahren.

Gleichzeitig schloss er das erste Halbjahr so warm ab, dass auch dieses mit 57,83 Grad Fahrenheit (14,35 Grad Celsius) den Wärmerekord für diese Zeitspanne brach, wie die amerikanische Ozean- und Atmosphärenbehörde NOAA am Montag mitteilte.

Die Temperatur war laut NOAA-Berechnungen im vergangenen Monat um 0,22 Grad Fahrenheit (0,12 Grad Celsius) wärmer als im Juni 2014, dem bisherigen Rekord-Juni. Normalerweise werden Temperaturspitzenwerte um ein oder zwei Hundertstel gebrochen, wie die NOAA-Klimaforscherin Jessica Blunden sagte - und nicht gleich um fast ein Viertel Grad. Auch der Halbjahresrekord von 2010 wurde mit einem Sechstel Grad Fahrenheit deutlicher als gewöhnlich übertroffen.

Rekorde würden mittlerweile fast monatlich eingestellt, sagte Blunden. Der Juni sei der vierte Monat des Jahres 2015 gewesen, der einen Bestwert übertroffen habe. "Es gibt beinahe keine Möglichkeit, dass 2015 nicht das wärmste (Jahr) in den Akten wird", so die Forscherin.

Der Juni war beinahe überall auf der Welt warm, mit außergewöhnlicher Hitze in Spanien, Österreich, Teilen Asiens, Australiens und Südamerikas. Im südlichen Pakistan kam es zu einer Hitzewelle, die mehr als 1200 Menschen das Leben kostete - noch tödlicher waren laut einer internationalen Datenbank zuvor nur sieben Hitzewelle seit dem Jahr 1900. Im Mai wurde Indien von einer Hitzewelle getroffen, die mit mehr als 2000 Todesopfern als fünfttödlichste in die Aufzeichnungen einging.

Zuvor war es im Februar, März und Mai zu Hitzerekorden gekommen. Der Februar 2015 war zunächst lediglich als zweitwärmster bezeichnet worden, was neue Daten jedoch korrigiert hätten, sagte Blunden.

"So sieht vom Menschen verursachte globale Erwärmung aus, einfach heißer und heißer", sagte der Kodirektor des Umweltinstituts der University of Arizona, Jonathan Overpeck.

(ap)
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