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Meeresspiegel könnte deutlich steigen
Gigantischer Eisberg hat sich von Antarktis gelöst

Gigantischer Eisberg hat sich von Antarktis gelöst
Antarctica. Er hat eine Fläche, die siebenmal so groß wie Berlin ist, und ist eine Billion Tonnen schwer: Einer der größten jemals gesichteten Eisberge hat sich von der Antarktis gelöst. Ein klarer Hinweis auf den fortschreitenden Klimawandel.

Der Eisberg-Gigant ist von dem Eisschelf Larsen C abgebrochen, teilten Wissenschaftler der britischen Universität von Swansea am Mittwoch mit.  Die Ablösung der Eismassen könnte das Eisschelf Larsen C destabilisieren, wodurch ein deutlicher Anstieg des weltweiten Meeresspiegels drohen könnte.

Bereits Anfang Juni hatten die Forscher vor einer Ablösung des Eisbergs gewarnt. Dadurch allein sei kein Anstieg des Meeresanstiegs zu befürchten, erklärten die Wissenschaftler damals. Die Ablösung der Eismassen könne aber Larsen C destabilisieren und zum Einsturz bringen. Dadurch würden riesige Wassermassen freigesetzt. Wenn alle von Larsen C aufgefangenen Gletscher ins Meer flössen, würde der weltweite Meeresspiegel um etwa zehn Zentimeter steigen, warnten die Forscher.

Durch das Abbrechen des Eisberges, der voraussichtlich den Namen A68 erhalten soll, verringerte sich die Fläche von Larsen C den Forschern zufolge um ein Zehntel. Larsen C ist das nördlichste und größte Eisschelf der Antarktis.

Zwei keinere Eisschelfe an der östlichen Seite der Antarktis sind bereits kollabiert: 1995 ging Larsen A verloren, sieben Jahre später Larsen B. Die Antarktis ist besonders stark vom Klimawandel betroffen: Sie zählt zu den sich am schnellsten erwärmenden Gebieten unseres Planeten.

Die größten Eisberge der jüngeren Geschichte

Eisberg in der Antarktis abgebrochen FOTO: ap

Immer wieder lösen sich gigantische Eisberge vom Schelfeis - jenen schwimmenden Eismassen, die mit Gletschern verbunden sind. Einige Beispiele:

- Der größte durch Satellitenerkundung erfasste Koloss löste sich im März 2000 vom antarktischen Ross-Schelfeis. B15 - so der Name - war ursprünglich 11.600 Quadratkilometer groß. Das entspricht gut der vierfachen Größe des Saarlands. Vom ihm brach später der Eisberg B15A ab, der 2005 noch mehr als 2500 Quadratkilometer maß.

- Ein anderer Gigant brach 2002 ebenfalls vom Ross-Schelfeis ab. Der C19 getaufte Eisberg war mehr als 6000 Quadratkilometer groß.

- Im selben Jahr brach vom Thwaites-Gletscher in der Westantarktis ein riesiger Eisklotz ab. B22 bedeckte eine Fläche von etwa 5500 Quadratkilometern.

- Anfang 2010 löste sich vom Mertz-Gletscher im australischen Antarktis-Gebiet der Eisberg C28 mit einer Fläche von mehr als 2500 Quadratkilometern. Zuvor war ein anderer Eisriese - ein Bruchstück des 1987 entstandenen, damals etwa 5400 Quadratkilometer großen B9 - gegen die Gletscherzunge gekracht.

(felt/AFP)
 
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