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Live-Aufnahmen von Sly & The Family Stone

Funk Sly & The Family Stone galten als eine der besten Live-Bands in den USA, als sie am 4. und 5. Oktober 1968 im Fillmore East in New York auftraten. Die siebenköpfige Gruppe hatte im Jahr zuvor einen großen Hit gehabt, "Dance To The Music" heißt er, aber das folgende Album mit dem Titel "Life" blieb wirtschaftlich hinter den Erwartungen der Plattenfirma zurück. Die Idee war nun, die besten Momente aus vier Auftritten an zwei Tagen zusammenzuschneiden und ein Live-Album herauszugeben, das die Menschen umhaut.

Wenige Wochen, nachdem die Konzerte gespielt waren, brachten Sly & The Family Stone dann allerdings die Single "Everyday People" heraus, ein herrliches Stück Musik. Es stieg denn auch bis an die Spitze der US-Charts, und wer seinen ersten Nummer-eins-Hit hat, braucht kein Live-Album mehr - zumal bald die LP-Klassiker "There's A Riot Going On" (1971) und "Fresh" ('73) folgten, die bis heute nichts an Glanz und Überwältigungskraft eingebüßt haben.

Nach fast 50 Jahren kommen die Aufnahmen aus dem Fillmore East nun aber doch ans Tageslicht, Sony hat sie in einem schön aufgemachten Vier-CD-Set komplett ausgebreitet, und das ist ein Gewinn. Es wird einem warm, wenn man die Stücke hört, es muss gebrodelt haben auf der Bühne, man schmeckt geradezu den Schweiß und spürt die Energie, mit der Sly Stone musiziert. Man könnte nun denken, dass vier Auftritte doch vielleicht etwas zu viel des Guten seien.

Aber die Band hat nicht gehaushaltet, jedes Konzert hat eine andere Setlist, außerdem werden viele Stücke jeweils in anderen Versionen dargereicht. In einigen Songs singen sechs Musiker, der Druck ist enorm, und zu den Höhepunkten gehören "Are You Ready", "Colour Me True" und die Otis-Redding-Coverversion "I Can't Turn You Loose". Das ist Funk, eine elektrifizierte und angerockte Version des Soul, und Sly Stone gibt noch etwas Psychedelic hinzu - unwiderstehlich.

Miles Davis war ein großer Fan von Sly Stone, für das Album "On The Corner" (1972) etwa holte er sich seine Inspiration in diesem Groove, und man kann seine Zuneigung nun noch ein bisschen besser verstehen. Philipp Holstein

Quelle: RP
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