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Nasa-Animation
Zehn Millionen Tonnen Plastikmüll pro Jahr

Düsseldorf. Jahrzehntelang hat die Nasa Daten über Plastikmüll in den Weltmeeren gesammelt. Jetzt zeigt sie mithilfe einer Computeranimation, wie sehr sich der Abfall ausgebreitet hat. Von Ludwig Krause

Oktober 1985: Es beginnt mit ein paar weißen Punkten auf der Karte, die meisten von ihnen in der Nähe Südamerikas. Dann aber scheinen die kleinen Lichter regelrecht zu explodieren. Immer mehr kommen hinzu, überall auf den blauen Flächen, die für die Weltmeere stehen, rasen sie umher. In der Ecke laufen die Jahreszahlen mit. 1990, 2000, 2013.

Nicht die Wanderungen von Fischströmen zeigt die Animation, die die Nasa nun veröffentlicht hat. Es ist die Auswertung von Forschungsbojen, die mehrere Jahrzehnte lang Daten über die Ausbreitung von Plastikmüll in den Weltmeeren gesammelt hat. Das Video macht deutlich: Die Masse an Plastikmüll hat extrem zugenommen – an einigen Orten sammelt er sich dabei besonders.

"Garbage Patches" nennen das die Wissenschaftler. Gigantische Müllteppiche im Zentrum der Ozeane. Am bekanntesten ist der "Great Pacific Garbage Patch" im Nordpazifik, der inzwischen sogar die Größe Mitteleuropas erreicht haben soll.

Laut dem Naturschutzbund Nabu werden pro Jahr 300 Millionen Tonnen Plastik produziert, mehr als zehn Millionen Tonnen davon landen als Müll in den Ozeanen. Auf jedem Quadratkilometer der Wasseroberfläche treiben demnach inzwischen bis zu 18.000 Teile aus Plastik unterschiedlichster Größe.

Dabei soll nur der kleinste Teil an der Oberfläche sichtbar sein. 15 Prozent des Mülls schwimmen laut Nabu auf dem Wasser. Mehr als 70 Prozent sinken hingegen auf den Meeresboden, weitere 15 Prozent belasten die Strände, werden an den Küsten angespült.

Gefährlich sei der Abfall zum einen für Tiere, die ihn verschlucken und nicht verdauen können, erklären die Naturschützer. Zum anderen zerfalle das Plastik durch die Einwirkung von Salzwasser, Sonne und Reibung in Bruchstücke und gebe dabei Giftstoffe an die Umgebung ab.

Bis eine Plastiktüte endgültig zerfallen ist, sollen demnach zehn bis 20 Jahre vergehen, ein Styroporbecher benötige schon etwa 50 Jahre und eine PET-Flasche gar 450 Jahre.

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