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US-Weltraumbehörde
Nasa kündigt zukunftsweisende Mission an

Nasa testet "SEP"-Raumschiffe mit Ionenantrieb
Der Erdaufgang. FOTO: dpa, NASA
Tampa. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa will bis etwa 2025 einen Felsen von einem erdnahen Asteroiden abtrennen und in die Mondumlaufbahn bringen. Im Zuge der Mission sollen Technologien getestet werden, die die Raumfahrt für immer verändern könnten. Viel davon klingt nach Science-Fiction. Von Tim Harpers

Itokawa, Bennu und 2008 EV5 – Was klingt wie die Bezeichnungen von Robotern aus dem nächsten Star Wars Film, sind die Namen dreier Asteroiden, die in den kommenden Jahren nahe an der Erde vorbeifliegen werden. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat sie als mögliche Kandidaten für die sogenannte "Asteroid Redirect Mission" (ARM) ausgewählt, die sie in den 20er Jahren dieses Jahrhunderts durchführen will.  

Ziel der Mission ist die Erprobung eines Verfahrens, mit dem man in Zukunft potenziell gefährliche Asteroiden von ihrem Kollisionskurs mit der Erde abbringen möchte. Außerdem soll der Einsatz eine bemannte Mars-Mission vorbereiten.

Fotos: Nasa zeigt den Wandel der Welt FOTO: Nasa / "Images of Change"

Dazu will die Nasa ein automatisches Raumschiff ins All schießen, das mit Roboterarmen und neuer Energietechnik ausgestattet ist. "Die ARM-Mission gibt uns die Möglichkeit einige Raumfahrttechniken zu erproben, die wir brauchen, um Austronauten tiefer ins Weltall zu schicken, und vielleicht zum Mars", sagte Nasa-Administrator Robert Lightfoot. "Die Möglichkeit einen Felsen von einem Asteroiden zu bergen, wird direkten Einfluss auf die Planung künftiger Missionen haben und leitet ein neues Kapitel der Raumfahrtgeschichte ein." 

Nachdem das unbemannte Shuttle den Asteroiden erreicht hat, soll es sich mit Hilfe von Roboterarmen an die Arbeit machen. Wenn es dann einen Felsbrocken bergen konnte, macht es sich auf den mehrere Jahre dauernden Rückweg, um den Felsen in die Mondumlaufbahn zu bringen.

Schwarze Löcher, ferne Galaxien, explodierende Sonnen FOTO: ap

Die lange Reise gibt der US-Raumfahrtbehörde die Möglichkeit neue Technologien zu erproben – unter anderem das sogenannte "SEP"-System, auf dem die Hoffungen vieler Weltraumforscher ruhen. "SEP" steht für "Solar-Electric-Propulsion" und bedeutet soviel wie "Solar-Elektro-Antrieb". Da er Sonnenenergie verwendet und diese in einen neutralisierten Ionenstrahl umwandelt, spricht man in der Wissenschaft auch von einem  "Ionenantrieb".

Ein positiver Langzeittest könnte bedeuten, dass sich die Kosten vom Raumflügen in Zukunft massiv reduzieren lassen, heißt es auf der Internetseite der Nasa. Der Grund: "SEP"-betriebene Raumschiffe brauchen deutlich weniger Treibstoff, um sich im luftleeren Raum fortzubewegen. Sie können autonom im Weltall agieren und so bemannte Raumflüge vorbereiten. Denkbar wären im Fall eines positiven Tests auch Frachtflüge zu Mars und Mond. Außerdem könnten "SEP"-Raumschiffe Schiffe und Versorgungsstationen im All platzieren, die von bemannten Raummissionen angesteuert werden können, heißt es in der Missionsankündigung der Raumfahrtbehörde.

Fotos: Alexander Gerst spaziert durchs Weltall FOTO: dpa, cdt jhe hpl

Eine weitere Hoffnung der Nasa liegt auf der Erprobung einer Technik namens "Gravity Tractor". Darunter verstehen die Raumforscher eine Methode mit deren Hilfe man einen Asteroiden von seinem Kurs abbringen kann. Dazu machen sich die "SEP"-Raumschiffe die Anziehungskraft der Asteroiden zu nutze, um mit Hilfe ihrer Schubdüsen den Kurs der Himmelskörper zu verändern.

Wie wichtig diese Technik für die Zukunft der Erde sein könnte, zeigt eine Statistik der Raumfahrtbehörde. Bis zum heutigen Tag hat die Nasa mehr als 12.000 erdnahe Objekte ausgemacht, deren Durchmesser größer ist als ein Kilometer. Außerdem wurde die Zahl kleinerer Asteroiden, die in Zukunft in unmittelbarer Nähe an der Erde vorbeifliegen oder sogar auf unserem Planeten einschlagen werden, im vergangenen Jahr auf 1472 nach oben korrigiert.

 

 

 

 

 
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