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Pizza-Himmel am Rande eines Gewerbegebiets

Nahe der A-59-Abfahrt Langenfeld-Richrath steht die Leuchtreklame für "L'Osteria". Wir ließen uns anlocken - und wurden überrascht.

Gut gelegen? Auf der Liste unserer schwer zu findenden, aber empfehlenswerten Restaurants gibt es einen neuen Spitzenreiter: die L'Osteria im Dreieck Langenfeld, Monheim und Düsseldorf. Eigentlich liegt das Restaurant verkehrsgünstig, die Abfahrt zur A 59 ist einen Steinwurf entfernt. Aber die letzten paar hundert Meter sind knifflig. Daher hat man eine Reihe netter Schilder aufgestellt. Wenn man die erstmal entdeckt hat, kommt man nach ein paar Kurven zur L'Osteria - ein im amerikanischen Nachahmer-Stil gebautes, nach mehreren Seiten offenes Bauwerk aus Holz, scheinbar alten Ziegeln und Stahl. Cooles Design, ohne Zweifel. Der Standort am Rand eines Gewerbegebiets dieser in Deutschland mit rund zwei Dutzend Niederlassungen vertretenen Kette ist Konzept: Das Restaurant hat keine Laufkundschaft und will Leute aus dem Umland anlocken. Dies gelingt: Wir hatten nicht reserviert und mussten auf einen Platz rund 20 Minuten warten. Der große Parkplatz war gut besetzt.

Gut geschmeckt? Uneingeschränkt: ja! Der Untertitel des Namens Pizza e Pasta zeigt klar, um was es geht: italienische Küche. Und zwar die einfache. Rund ein Dutzend Nudelgerichte, weit über 20 Pizzen. Dazu ein paar Vorspeisen und Desserts - basta. Wir hatten Lust auf Pizza und orderten zwei halbe dieser Fladen - einmal mit Thunfisch und Zwiebeln, einmal mit Schinken, Pilzen und Artischocken. Die 1/1-Pizza ist so groß, dass man sie allein kaum schafft. Also erstmal mit einer Hälfte anfangen, zumal auch nur der halbe Preis - bei den von uns Gewählten je 5,50 Euro - berechnet wird. Der Teig war dünn ausgebacken, der Rand kross und der Belag, vor allem der Schinken, nicht die sonst übliche Billigware, sondern bestand aus guten Zutaten. Das hatten wir schon bei den Vorspeisen bemerkt: Sowohl der Teller mit Antipasti (9 Euro) wie auch das Vitello Tonnato (9,50) waren erstklassig. Den zweiten Löffel zur (riesigen) Portion Tiramisu (4,75) hinterher gab es gratis und ungefragt hinzu.

Den Preis wert? Unbedingt. Das oben genannte Menü hat zusammen mit zwei kleinen Flaschen Wasser und zwei Apfelschorlen 47 Euro gekostet - daran ist nichts auszusetzen, vor allem angesichts der hohen Qualität. Wer also mal mit der gesamten Familie zum Pizza-(oder Pasta-)Essen will und Pubertierende mit einer enormen Kapazität an Kalorienvernichtung zu ernähren hat, ist gut beraten, auch eine längere Anreise in Kauf zu nehmen. Anders gesagt: Preiswerter kriegen Sie die Pänz nicht satt, und das in einem sehr angenehmen Ambiente. Gut bedient? Ja, und zwar mit Unterhaltungswert. Der Service aus - an unserem Abend - durchweg jungen Frauen war auf eine charmante Weise kess-freundlich. Als wir mürrisch auf die Wartezeit reagierten, wurden wir strahlend lächelnd besänftigt. Die faszinierend tätowierte Kellnerin war anfangs etwas burschikos, aber kompetent und am Ende mehr als herzlich - nicht zuletzt, weil unser begeistert begrüßter Hund so heißt wie ihrer. Übrigens: Man duzt sich.

Fazit Sehr zufriedener Gruß an die Küche. Und Glückwunsch an den, der sich die Hinweisschilder ausgedacht hat - wirklich witzig!

INFO Felix-Wankel-Straße 1, 40764 Langenfeld, Abfahrt Richrath, täglich 11 bis 24 Uhr, Tel. 02173 - 8933987

Quelle: RP
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