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Riga
Riga zeigt sich im Kulturhauptstadt-Jahr sangesfreudig
Riga. Lettlands Hauptstadt zieht in diesem Jahr neben dem schwedischen Umea die Blicke der Kultur-Begeisterten auf sich. Von Alexander Brüggemann

Riga, die Metropole Lettlands, hat sich für sein Jahr als Europäische Kulturhauptstadt 2014 viel vorgenommen. Vor allem die Musik spielt bei den sangesfreudigen Letten eine besondere Rolle. Den Auftakt bildet jedoch eine spektakuläre Aktion zum Thema Buch. Zur Einweihung der neuen Nationalbibliothek am Ufer der Düna, einem Berg aus Glas des gebürtigen Letten und US-Stararchitekten Gunnar Birkerts, bilden die Bürger Rigas Mitte Januar eine Menschenkette von zweieinhalb Kilometern Länge, um Millionen Bücher von ihrem alten Standort in das neue Gebäude zu bringen. Mal wieder ein Buch in die Hand zu nehmen, bekommt da eine neue und außergewöhnliche Bedeutung.

Auch Leib und Seele kommen im lettischen Winter nicht zu kurz: Im "Bauch von Riga", den zum Zentralmarkt umgebauten ehemaligen Zeppelin-Hangaren zwischen der Altstadt und der sogenannten Moskauer Vorstadt, gibt es im Januar inmitten von Marktständen und lettischen Spezialitäten Konzerte, Theateraufführungen und Tanz-Events. Überhaupt geht es außergewöhnlich musikalisch zu in Riga 2014. Es gibt Aufführungen klassischer Opern – Richard Wagner lebte zwei Jahre lang als Kapellmeister in Riga – sowie zwei Premieren moderner Opern. Anfang August findet in Sigulda (deutsch Segewold), Rigas lettischem Partner im Kulturhauptstadtjahr, ein großes Opernfestival statt. Ein Höhepunkt: die World Choir Games im Juli, ein internationales Chortreffen mit mehr als 20 000 Sängern aus rund 80 Ländern, die die Stadt zum Klingen bringen werden. Die gesanglichen Botschafterinnen Lettlands sind die "Latvian Voices", sieben A-cappella-Sängerinnen mit einem Spektrum von Gregorianik bis Volksmusik.

Dass es in Lettland mehr Lieder als Menschen gibt und dass all diese Lieder dennoch gesungen werden wollen, wird schon in der Mittsommernacht (23. Juni) unter Beweis gestellt. Der Lette fährt dann aufs Land, bindet sich Kränze aus Eichenlaub und Sommerblumen und wirft sich in die Nationaltracht. Entweder man zieht singend von Haus zu Haus oder tanzt und singt am Lagerfeuer. Nach Mitternacht ist Johannistag (lettisch "Jani", 24. Juni); dann freuen sich vor allem die jungen Pärchen des Lebens und der Liebe. Weniger freudig eröffnet im Januar im Nationalen Lettischen Kunstmuseum die Ausstellung "1914", in der europäische Künstler Perspektiven auf den Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren bieten.

Quelle: kna
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