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Zürich
Spermienzahl kann wichtiger sein als Spermienlänge

Zürich. Im Wettlauf zum Ei führen oftmals viele kleine Spermien eher zum Erfolg als wenige große. Dies gilt etwa bei größeren Tierarten, wenn sich die Spermien eines Männchens gegen die eines anderen durchsetzen müssen, wie zwei Wissenschaftler in den "Proceedings B" der britischen Royal Society berichten. Ihre Studie liefere damit auch einen Grund dafür, warum Mäuse und andere Nagetiere größere Spermien besitzen als etwa Elefanten oder Wale.

Stefan Lüpold von der Universität Zürich und John Fitzpatrick von der Universität Stockholm zeigten in ihrer Studie mit 100 Säugetierarten, dass die Körpergröße der Tiere eine entscheidende Rolle für die Spermienlänge spielt. Zunächst belegten sie, dass die Investition einer Tierart in das Ejakulat mit steigendem Konkurrenzdruck zunimmt. Je promisker eine Art ist, desto mehr oder desto größere Spermien produziert sie also. Darüber hinaus fanden sie, dass größere Arten im Gegensatz zu kleineren unter Konkurrenzdruck vor allem in die Zahl der Spermien investieren und nicht in deren Länge.

Die Forscher erklären das so: Je größer der Genitaltrakt und je länger der Weg zum Ei, desto eher gingen die Spermien unterwegs verloren. "Es scheint dann sinnvoller, einfach mehr Spermien ins Rennen zu schicken und bei der Spermiengröße zu sparen", sagt Lüpold.

(dpa)
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