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Talentprobe eines 25 Jahre alten Rappers

HipHop Dieser Rapper ist 25 Jahre alt, er heißt Boogie, und er stammt aus Compton, jenem berühmten Vorort von Los Angeles also, der auch Heimat der HipHop-Superstars Dr. Dre und Kendrick Lamar ist. Boogie wurde als Anthony Dixson geboren, und er hat eines der berührendsten Alben des Genres in diesem Jahr gemacht. Es heißt "The Reach", und Boogie verschenkt es - man kann es streamen oder gratis herunterladen, etwa auf der Internet-Plattform Soundcloud.

Einem größeren Kreis von Musikhörern wurde Boogie 2014 bekannt, als er sein Debütalbum "Thirst 48" veröffentlichte. Die einschlägigen Blogs waren voll des Lobes über dieses Mixtape - so heißen Alben, auf denen Künstler einen Überblick über ihr Können geben, und die zumeist zum freien Download angeboten werden. "The Reach" ist düsterer als der heitere, teils sogar lustige Vorgänger. Boogie rappt Reportagen aus den Sozialwohnungsblocks, er erzählt von Freunden, die in Bandenkriegen gestorben sind, von Gewalt und finanzieller Not.

Wer nun meint, das seien ja doch die Themen jeder zweiten Platte im HipHop, hat zwar recht. Aber Boogie lässt jedes Stück mit einer Pointe enden, er lässt die Sonne ein, die Hoffnung. Man höre sich nur mal den Hit des Albums an, "Oh My" heißt er, dann bekommt man eine Ahnung vom Talent dieses Kerls. Der Gesang ist gepresst, fast panisch, aber Boogie lockert die Atmosphäre mit tänzelnden Sounds aus dem Synthesizer auf, die er wie Murmeln über das Lied kippt.

Das bewegendste Stück ist sicher "Intervention", das mit mit einem Sample der Pop-Sängerin Jesse Glynne beginnt. Boogie erzählt von seinem sechs Jahre alten Sohn, dessen Stimme dann auch in dem Lied "Make Me Over" zu hören ist. Er spricht über seine Selbstzweifel, über das, was die Zukunft bringt. Das Stück hat etwas vom warmherzigen Soul der 70er Jahre, was auch daran liegt, dass Boogie das Fender Rhodes-Piano häufiger einsetzt als den Synthesizer.

"The Reach" ist eine bemerkenswerte Talentprobe. Herunterladen kann man das Album unter dieser Adresse: http://goo.gl/93n6VS Philipp Holstein

Quelle: RP
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