| 09.44 Uhr

Outdoor-Küche
So bereitet man ein komplettes Weihnachtsmenü auf dem Grill zu

Weihnachtsmenü vom Grill - so geht es
Die Ente wird auf dem Kamado knusprig, bleibt aber saftig. FOTO: pottfeuer-Team
Sprockhövel. Wer sagt, dass ein Weihnachtsmenü in der Küche entstehen muss? Ein Grill-Experte erklärt, wie er ein ganzes Menü aus Ente, Rotkohl und Knödeln zubereitet - auf dem Rost. Von Helene Pawlitzki

Stundenlang in der warmen Küche schnibbeln und rühren, dabei periodisch den Braten begießen - für manche Hobbyköche der Traum eines Heiligabend-Vormittags. Wer damit nichts anfangen kann, sondern eher frischen Wind um die Nase braucht, könnte den Vogel zum Fest in diesem Jahr auch unter freiem Himmel zubereiten: auf dem Grill zum Beispiel. "Natürlich kann man eine Ente ebensogut im Backofen garen", sagt Koch Volker Thönebe. "Aber gemeinsam draußen zu kochen, sorgt für ganz besondere Geselligkeit und Gemütlichkeit." Thönebe ist allerdings befangen: Als Koch für die Grill-Agentur Pottfeuer ist er von Berufs wegen Fan der gepflegten Outdoor-Küche.

Gans, Füllung, Sauce, Rotkohl und Knödel - vom Grill

Und warum auch nicht? Schließlich kann man laut Thönebe problemlos eine festliche Ente oder Gans nebst Füllung und Sauce, dazu Rotkraut mit Feigen und Nüssen sowie angeröstete Serviettenknödel, auf dem Grill herstellen. Die Indoor-Küche bleibt dabei kalt und sauber.

Hier zeigt Volker Thönebe im Video, wie das Weihnachtsmenü vom Grill kommt:

Thönebes Equipment-Empfehlung: der Kamado, ein runder Keramikgrill aus Japan. "Der ist unheimlich vielseitig", schwärmt der Grill-Fan. Der Vorteil: Mit wenig Kohle könne man erst sehr lange eine relativ niedrige Temperatur (130 bis 140 Grad) halten, und anschließend durch das Öffnen der Luftklappen einen Umluft-Effekt mit um die 200 Grad erzielen. So wird der Vogel etwa zwei Stunden sanft gegart und anschließend rundum knusprig geröstet. "Auf diese Weise verliert das Fleisch weniger an Gewicht, und die Fleischreifung durch Milchsäurebakterien, die sich noch etwas fortsetzt, sorgt für besonders zartes Fleisch", sagt der Koch.

Wer sich nicht eigens einen mehrere hundert Euro teuren und hundert Kilo schweren neuen Grill zulegen will (obwohl, warum eigentlich nicht? Es ist schließlich Weihnachten!), der kann auch auf einen bereits vorhandenen Gas- oder Kugelgrill zurückgreifen. "Wichtig ist eigentlich nur, dass das Gerät einen Deckel hat", sagt Thönebe.

In einer Form grillen - oder am Drehspieß

Grundsätzlich gibt es zwei Garmethoden für ganzes Geflügel auf dem Grill: Entweder lässt man das Fleisch am Drehspieß kreisen. Das austretende Fett verteilt sich dabei gut und hält das Fleisch saftig. Nachteil des Drehspießes: Eine Füllung würde herausfallen. Auf die muss also verzichtet werden. Zweite Möglichkeit: Der Vogel wird in einer feuerfesten Form auf den Grill gesetzt. Darin können auch einige Orangen- und Zwiebelscheiben mitgaren - die werden anschließend mit Fleischsaft und Wein oder Brühe zu einer leckeren Sauce.

Im Bräter kann die Ente auf Gemüse garen, dabei entsteht leckere Sauce. FOTO: pottfeuer-Team

Geflügel mit einem hohen Fettanteil wie Ente oder Gans eignet sich besonders gut. Pute weniger, allein schon, weil sie unter Umständen nicht in den geschlossenen Grill passt. Experimentierfreudige Truthahnfans könnten darüber nachdenken, das Tier im Ganzen zu frittieren, das ist ein beliebter Sport in Amerika, für den es fertige Sets inklusive 30-Liter-Öleimer zu kaufen gibt. "Ehrlich gesagt haben wir auch so ein Set, aber es noch nie benutzt", sagt Volker Thönebe. Allein der Gedanke, das ganze Öl zu entsorgen...

Langsam garen und dann knusprig braten

Kein Grill mit Deckel im Haus? Dann wird es schwierig mit dem Großgeflügel. Vielleicht ist aber ein Rezept des TV-Kochs Alexander Herrmann ein Ausweg: Der gart in seinem Bistro die fest in Klarsichtfolie gewickelte Ente elf Stunden lang bis auf eine Kerntemperatur von 69 Grad - und legt sie sofort oder bis zu drei Tage später fürs Finish in den heißen Ofen. Das könnte auch auf dem Rundgrill funktionieren.

Ente mit Knödeln und Rotkraut - komplett vom Grill. FOTO: pottfeuer-Team

Den Rotkohl gart Volker Thönebe mit Zwiebeln und Gewürzen im Dutch Oven. Die Serviettenknödel landen gut verpackt in Alufolie auf der Ablage des Grills, bis zu einer Kerntemperatur von 75 Grad. Danach werden sie in Scheiben geschnitten, mit geklärter Butter bepinselt und auf dem Grill noch etwas angeröstet. Fertig ist das Weihnachtsmenü vom Grill.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Weihnachtsmenü vom Grill - so geht es


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.