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Vorbeiflug Mitte Februar
Ein Asteroid verfehlt die Erde hauchdünn
Das Einmaleins der Planeten
Das Einmaleins der Planeten FOTO: NASA
Pasadena. Der Erde steht eine Rekordbegegnung mit einem Asteroiden bevor: Am 15. Februar wird ein 50 Meter großer Brocken knapp an der Erde vorbeischrammen, berichtet die US-Raumfahrtbehörde Nasa. Der Asteroid "2012 DA14" nähert sich bis auf knapp 28 000 Kilometer der Erde und kreuzt dabei sogar die Bahn zahlreicher Kommunikations- und Erdbeobachtungssatelliten. Von Rainer Kayser

Eine Kollision wird es mit Sicherheit nicht geben. "Die Bahn des Asteroiden ist genau genug bekannt, um einen Einschlag auszuschließen", betont Don Yeomans, Direktor des Beobachtungsprogramms für erdnahe Objekte (NEO).

Viele Observatorien werden den Vorbeiflug des Asteroiden beobachten. Die Nasa will mit Radartechnik eine 3D-Karte des kosmischen Brockens anfertigen.

Es kommt durchaus vor, dass die Erde von metergroßen Brocken getroffen wird. Objekte im Größenbereich von fünf bis zehn Metern und einer Explosionskraft vergleichbar mit der Hiroshima-Bombe treffen etwa einmal pro Jahr auf die Erde.

Und alle zwei- bis dreitausend Jahre kommt es zu einer mit dem Tunguska-Ereignis vergleichbaren Katastrophe. 1908 explodierte ein rund 50 Meter großer Asteroid über den bewaldeten Ebenen nahe dem Fluss Steinige Tunguska in Sibirien.

Über Hunderte von Kilometern hinweg war der Donner zu hören, rund um den Erdball wurden seismische Erschütterungen registriert. In einem Gebiet von über 2000 Quadratkilometern wurden Bäume entwurzelt oder wie Streichhölzer umgeknickt.

Unterhalb des Explosionsherdes wütete ein Waldbrand. Wäre der Asteroid über einer Großstadt niedergegangen, es hätte eine Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes gegeben.

Mit vielen Beobachtungsprojekten wollen Astronomen NEO aufspüren und ihre Bahnen bestimmen – um eine möglichst große Vorwarnzeit bei drohenden Kollisionen zu haben. Die Nasa hat vom US-Kongress den Auftrag erhalten, alle NEOs zu erfassen, die größer als ein Kilometer sind.

Die Forscher schätzen, dass sie inzwischen 90 Prozent davon erfasst haben, rund 900 an der Zahl. "Bei Objekten der Tunguska-Größe sieht es erheblich schlechter aus", erklärt Detlef Koschny von der europäischen Raumfahrtagentur. "Wir schätzen, dass wir erst ein Prozent aller Körper kennen, die größer als 50 Meter sind."

Quelle: RP/csr/das
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