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Unternehmen SpaceX
Elon Musk kündigt erste Starts zum Mars für 2022 an

Elon Musk und der Mars: 2022 erster Start zum Nachbarplaneten
Milliardär Elon Musk bei seiner Präsentation in Australien. FOTO: afp, pp
Adelaide. In Australien hat der Milliardär Elon Musk seine Pläne für den Mars konkretisiert. Bereits 2022 sollen die ersten Schiffe starten, 2024 werden dann die ersten Menschen folgen. Von Ludwig Jovanovic

Elon Musk (46) ist das, was manche Menschen einen Träumer nennen oder einen Visionär. Auf jeden Fall aber "kann ich mir nichts Aufregenderes vorstellen, als da draußen zwischen den Sternen zu sein", sagt er nun im australischen Adelaide beim Internationalen Astronautik Kongress – der jährlichen Zusammenkunft aller raumfahrenden Nationen und Unternehmen. Und dazu gehört auch Musks Unternehmen SpaceX. Im kommenden Jahr werde man 30 Raketen in den erdnahen Orbit befördern. "Das ist fast die Hälfte aller weltweit geplanten Starts für 2018", sagt der Milliardär, der vor 15 Jahren aufgrund der vielen Rückschläge mit SpaceX fast pleitegegangen wäre.

Nun ist er bereit, seine gesamte Raketen-Technik bald zum alten Eisen zu erklären. Für den Mars. Seine Lösung ist die BFR, die "Big Fucking Rocket" oder "Verdammt große Rakete": 106 Meter hoch und mit neun Meter Durchmesser soll sie in der Lage sein, bis zu 150 Tonnen Nutzlast in den erdnahen Orbit zu transportieren. Die ausgedienten Space Shuttles hätten dafür sechs Flüge benötigt. Um die Kosten zu senken, sei es wichtig, dass diese BFR wiederwendet werden können. Darum soll die Raketen-Einheit auch wieder auf der Erde landen und wiederbetankt werden, sobald sie die Nutzlast in die Erdumlaufbahn gebracht hat. SpaceX hat Vergleichbares bereits 16 Mal geschafft. Es sei "Wahnsinn, dass wir Raketen benutzen und sie dann auf der Erde zerschellen lassen", sagt Musk. Das sei so, ob man ein Flugzeug baue, Passagiere oder Fracht per Fallschirm absetze und das Flugzeug dann nach einem Flug abstürze lasse. 

Neues Raumschiff für den Mars

Mindestens so wichtig aber wie die Wiederverwendbarkeit ist die Nutzlast: ein neues 48 Meter langes, neun Meter durchmessendes Raumschiff. Damit lasse sich nicht nur große Bauteile ins All bringen oder Weltraumschrott beseitigen. Sie kann auch so konfiguriert sein, dass sie Passagiere in den Weltraum befördert – in 40 Kabinen und bei dem gleichen Volumen, den ein A380 Airbus bietet, um komfortabel zum Mars zu reisen. Den dafür benötigten Treibstoff würde die wiederverwendbare BFR in mehreren Flügen in den Orbit befördern, um das Raumschiff dort zu betanken. Allerdings nur für die Hinreise. Für die Rückkehr würde der Treibstoff auf dem Mars selbst hergestellt – aus Kohlendioxid und Wasser. Beides sei auf dem Nachbarplaneten vorhanden.

Das soll nicht irgendwann passieren: Mit der Konstruktion der BFR würde man nun beginnen. Bereits 2022 sollen die ersten beiden unbemannten Schiffe zum Mars starten und nach geeigneten Stellen für die Treibstoff-Produktion suchen. "Fünf Jahre  scheinen mir eine lange Zeit zu sein", so Musk. 2024 dann sollen Astronauten in zwei Schiffen folgen, die auf dem Mars landen und die Technik dort aufbauen – um so eine dauerhafte Verbindung zwischen den Planeten zu ermöglichen.

Finanzierung über Satelliten-Geschäft

Zur Finanzierung sagt Musk: "Ich bin mir sicher, dass wir das mit dem Umsatz von SpaceX alleine schaffen", sagt Musk. Der Schlüssel sei eben die Wiederverwendbarkeit, um die Kosten zu senken. Am Ende soll ein Start der BFR günstiger sein als bei der ersten SpaceX-Rakete "Falcon 1". Und da lagen Kosten für einen Start bei etwa acht Millionen US-Dollar. Für die ambitionierten Pläne würden die Gewinne aus dem Geschäft mit dem Satelliten-Transport in den erdnahen Orbit für Unternehmen oder Regierungen reichen. Dazu kommen die Versorgungsaufträge für die Internationale Raumstation ISS und möglicherweise weitere Stationen. In Adelaide wurde beispielsweise auch verkündet, dass Russland und die USA gemeinsam eine Station in einer Mondumlaufbahn bauen wollen. Zudem seien die BFR und das dazu gehörende Raumschiff so vielseitig einsetzbar, dass man damit auch eine Basis auf den Erdtrabanten versorgen könne. "Es ist 2017, und wir haben immer noch keine Mondbasis. Was zum Teufel ist passiert!?", fragt Musk rhetorisch in die Runde.

Aber die Technologie rund um die BFR und das Raumschiff könnte in Musks Vision noch mehr – beispielsweise auf der Erde für Fernflugreise eingesetzt werden. Eine Reise von New York nach Schanghai sei mit dem Raumschiff in unter 40 Minuten möglich. Viele Langstrecken-Reisen ließen sich über die "Abkürzung Weltraum" bei 27.000 km/h sogar in unter 30 Minuten bewältigen. Auch das ist ein neues, mögliches Geschäftsfeld für Musk – um den einen großen Traum zu finanzieren: die Besiedelung des Mars und noch weiter darüber hinaus.

Quelle: RP
 
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