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ISSpresso
Instantkaffee muss doch nun wirklich nicht mehr sein

Internationale Raumstation: Muss Instant-Kaffee nun wirklich sein?
So sieht der Prototyp der ISSpresso aus. FOTO: ap
Berlin. Für die ISS-Astronauten nur das Allerbeste: Die Besatzung soll eine Original-Espresso-Maschine aus Italien bekommen. Passé wären dann für Raumfahrerin Cristoforetti die Zeiten von schnödem Instantkaffee. Doch klappt der Versorgungsflug diesmal?

Das Gerät soll zusammen mit knapp zwei Tonnen Nachschub am Montag zur ISS starten und vor allem der italienischen Raumfahrerin Samantha Cristoforetti eine Pause vom Pulverkaffee gewähren.

Transportiert werden die Nahrungsmittel und Geräte an Bord eines unbemannten Raumschiffs der Firma SpaceX. Die Wetterprognose gibt die Chancen eines Starts derzeit mit 60 Prozent an.

Eigentlich sollte die Espressomaschine kurz nach Cristoforettis Ankunft schon im Januar ins All geschossen werden, doch explodierte das Raumschiff beim Start. Nun setzt SpaceX zu einem weiteren Versuch an, um das Gerät namens ISSpresso ins All zu befördern.

Für das Projekt hatte sich der italienische Kaffeekonzern Lavazza mit dem Turiner Ingenieurunternehmen Argotec und der italienischen Raumfahrtagentur zusammengetan. Ziel war es, eine Espresso-Maschine zu kreieren, die auch jenseits der Erde für höchsten Kaffeegenuss sorgt. Die Nasa prüfte und beglaubigte deren Sicherheit.

Bei alldem gehe es darum, dass die Astronauten, die Monate - und sogar bis zu einem Jahr - in der Erdumlaufbahn zubrächten, sich wie zu Hause fühlten, sagte der stellvertretende Nasa-Programmmanager Dan Hartman vor Reportern. Schließlich hätten die Astronauten auch längst E-Mail-Zugang, könnten telefonieren, per Video-Chat private Kontakte pflegen und sich Live-Ausstrahlungen von Nachrichten und Sportevents anschauen.

"Die psychologische Unterstützung ist sehr, sehr wichtig", erklärte Hartman. "Wenn eine Espressomaschine zurückkommt und wir von der Besatzung viele lobende Kommentare bekommen...Das ist wie bei der Sache mit der Eiscreme, die wir ab und zu hinfliegen. Das belebt die Geister. Vielleicht hilft die Kugel Eis ihnen an einem schlechten Tag mal über die schlechte Laune hinweg."

Für SpaceX ist es seit 2012 schon der siebte Versorgungsflug zur ISS.
Bislang wurden sie alle von Cape Canaveral aus gestartet. Zum dritten Mal will SpaceX beim anstehenden Flug versuchen, die benutzte Trägerrakete auf einer Plattform im Ozean zu landen. Bisher hat das nicht geklappt.

Es seien Verbesserungen an der Trägerrakete und der Plattform vorgenommen worden, sagte der zuständige Vizepräsident der Mission, Hans Koenigsmann. Die Erfolgschancen stünden diesmal bei 75 oder vielleicht 80 Prozent.

Mit der Wiederverwertung der normalerweise im Atlantik entsorgten Trägerraketen will SpaceX-Gründer Elon Musk Zeit und Geld sparen.

(ap)
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