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Isolierter Neutronenstern entdeckt
Diese Sternenleiche ist von Licht umgeben

Neutronenstern mit Gasring - farbiges Spektakel im All
Neutronenstern mit Gasring - farbiges Spektakel im All FOTO: ESO/NASA, ESA and the Hubble Heritage Team
Düsseldorf. Neue Bilder des Very Large Telescope der ESO in Chile zeigen nicht nur eine reichhaltige Landschaft aus Sternen und leuchtenden Gaswolken in einer unserer nächsten Nachbargalaxien, der Kleinen Magellanschen Wolke. Sie haben es den Astronomen auch ermöglicht, einen stellaren Leichnam zu identifizieren.

Die neu gewonnenen Daten haben einen Ring aus Gas sichtbar gemacht, der sich langsam in einem Bereich  ausdehnt, der Teile einer vergangenen Supernova-Explosion enthält. Diese Entdeckung ermöglichte es den Forschern der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile, den ersten isolierten Neutronenstern mit schwachem Magnetfeld jenseits unserer eigenen Milchstraße aufzuspüren.

Der Gasring war schon länger bekannt, jedoch konnte seine genaue Lage bislang nicht bestimmt werden. Im Zentrum des Rings hatten Forscher bereits zuvor eine Röntgenquelle ausgemacht. Diese konnte nun als ein isolierter Neutronenstern mit schwachem Magnetfeld identifiziert werden.

Baby-Supernova entdeckt FOTO: AP

Wenn massereiche Sterne als Supernova explodieren, hinterlassen sie ein knotiges Netz aus heißem Gas und Staub, das man als Supernova-Überrest bezeichnet. Diese turbulenten Strukturen sind der Schlüssel zur Umverteilung der schwereren Elemente, die von massereichen Sternen während ihres Lebens und Sterbens ausgekocht werden, in den umliegenden Raum, wo sie schließlich neue Sterne und Planeten bilden.

Isolierte Neutronensterne mit schwachen Magnetfeldern messen kaum zehn Kilometer im Durchmesser und sind doch schwerer als unsere Sonne. Sie werden im ganzen Universum vermutet, sind aber sehr schwer zu finden. Das macht die aktuelle Entdeckung besonders spannend.

Hubble fotografiert so scharf wie nie zuvor FOTO: NASA, ESA and the Hubble Heritage Team

Die an der Beobachtung beteiligte Forscherin Liz Bartlett fasst die Entdeckung zusammen: "Dies ist das erste Objekt seiner Art, das jenseits der Milchstraße bestätigt werden konnte. Wir denken, dass dies neue Wege der Entdeckung und Erforschung dieser schwer fassbaren Sternenüberreste eröffnen könnte."

Die hier vorgestellten Forschungsergebnisse sind unter dem Titel "Identification of the central compact object in the young supernova remnant 1E 0102.2-7219” in der Fachzeitschrift Nature Astronomy erschienen.

(csr)
 
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