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Raumfahrt
Sonde findet Glas auf dem Mars

Mars-Landung: NASA-Fallschirm öffnet nicht richtig
Im Alga-Krater auf dem mars haben Forscher Glas entdeckt, im Bild grün dargestellt. FOTO: dpa, mbk
Washington. Auf dem Mars sind erstmals Glasablagerungen nachgewiesen worden. Das Glas in mehreren Kratern sei durch die Hitze beim Einschlag kosmischer Brocken entstanden, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit.

Aufgespürt wurden die Ablagerungen mit dem "Mars Reconnaissance Orbiter" (MRO). Mit der Sonde, die den roten Planeten seit 2006 umrundet, wurden Lichtreflexionen der Oberfläche vermessen. Die Forscher hoffen nun, dass in dem Glas Hinweise auf früheres Leben auf dem Mars konserviert sein könnten. Künftige Missionen könnten die Krater genauer ins Visier nehmen, hieß es.

Wissenschaftler um Peter Schultz von der Brown University in Providence (US-Bundesstaat Rhode Island) hatten vor einiger Zeit gezeigt, dass Spuren des Lebens auf der Erde im Glas von Einschlagkratern erhalten sind. Sie fanden organische Moleküle und Pflanzenreste eingeschlossen in Glas an einer Stelle in Argentinien, an der vor Millionen Jahren ein Gesteinsbrocken aus dem All eingeschlagen war.

Dies sei der Anlass gewesen, auch auf dem Mars nach solchen Glasablagerungen zu suchen, heißt es in der Mitteilung der Nasa. Ihr typisches Spektrum in den Lichtreflexionen des roten Planeten auszumachen, sei allerdings nicht so leicht. Die Forscher hätten darum zunächst verschiedene Stäube so gemischt, dass die Zusammensetzung der von Mars-Gestein entsprach, und dies dann zu Glas verschmolzen. Dann sei die typische Signatur der Lichtreflexion dieser Proben vermessen worden. Nach diesem Muster sei anschließend in den Aufnahmen der Mars-Sonde gezielt gesucht worden.

Glasablagerungen wurden demnach unter anderem im Krater Hargraves gefunden. Er liegt in einer Region, in der demnächst ein weiterer Mars-Rover landen könnte: Ziel der Mission "Mars 2020 Rover" ist es, Boden- und Gesteinsproben zu sammeln - die möglicherweise sogar zur Erde gebracht werden sollen.

NASA testet Riesenfallschirm

Unterdessen hat die US-Weltraumbehörde Nasa zur Vorbereitung künftiger Mars-Landungen zum zweiten Mal eine Art "fliegende Untertasse" mit einem riesigen Lande-Fallschirm getestet. Bei dem Test, den die NASA am Montag live übertrug, lief allerdings erneut nicht alles glatt.

Nach mehrtägiger wetterbedingter Verzögerung startete von einem Militärstützpunkt im US-Bundesstaat Hawaii ein riesiger Heliumballon mit dem neuartigen Gefährt. Nach drei Stunden Fahrt wurde die drei Tonnen schwere "Untertasse" entkoppelt und von einer Rakete in eine Höhe von knapp 55 Kilometern über dem Pazifik gebracht. Danach sollte das Gefährt dank des größten Fallschirms in der Raumfahrtgeschichte heil zur Erde zurückkehren. Der Fallschirm von 30 Metern Durchmesser öffnete sich allerdings nicht vollständig.

Die Nasa wollte sich nach der Auswertung des Flugdatenschreibers eingehender zu dem Test äußern. Der erste Test hatte vor knapp einem Jahr stattgefunden. Damals öffnete sich der Fallschirm nicht richtig, so dass das Gefährt ins Meer stürzte. In der Zwischenzeit modifizierte die NASA den Fallschirm.

Da die Atmosphäre des Mars sehr dünn ist, müssen Fallschirme, die die Landung von Raumgefährten ermöglichen sollen, besonders stark sein. Die neue Generation von Fallschirmen, die derzeit getestet wird, soll bemannte Mars-Missionen möglich machen. Ein dritter Test ist für den Sommer 2016 geplant.

(dpa/AFP)
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