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Am 8. Juni ist "Tag des Meeres"
Wie der Mensch seine Meere zerstört
Die Zerstörung der Meere
Die Zerstörung der Meere FOTO: zoomin
Düsseldorf. Knapp 70 Prozent der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt, Urlauber freuen sich besonders über Sandstrand und der Meeresboden ist Speicher von Rohstoffen wie Öl. Trotzdem sind die Meere längst in Gefahr – und somit auch das Leben an Land. Von Susanne Hamann

Von Pazifik bis Ostsee, die Meere sind in einem zunehmend schlechten Zustand. Grund dafür ist die starke wirtschaftliche Nutzung der Meere, die einen zerstörerischen Druck auf das marine Ökosystem ausübt. Und die Nachlässigkeit mit der Industrie und Mensch sich dem Meer nähern.

Ölteppich statt Brandung

Vor allem die regelmäßig auftretenden Ölkatastrophen durch kaputte Tanker und Schäden an Ölplattformen zerstören den natürlichen Lebensraum im Meer. Allein während der größten Ölkatastrophe der USA im April 2010 traten 800 Millionen Liter Schweröl in das offene Meer aus. Unter dem rund 9.900 Quadratmeter großen Ölteppich, der durch die Explosion der Ölplattform "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko entstand, starben hunderte von Fischen, Delfinen und Vögeln. In den US-Bundesstaaten entlang der Küste musste der Notstand ausgerufen werden, um gegen die drohende Ölpest vorzugehen.

Zwar sind die Folgeschäden der Katastrophe inzwischen fast eingedämmt, doch "Deepwater Horizon" ist kein Einzelfall. 2011 traten bei einer Pipelineexplosion in China bis zu 60.000 Tonnen Rohöl in den Hafen von Dalian aus. Oktober 2011 verlor das auf ein Riff aufgelaufene Frachtschiff Rena rund 350 Tonnen Schweröl vor Neuseeland.

Dabei sind die Ursachen für die Schäden oft klein und vermeidbar. Rost, mangelnde Wartung, veraltete Maschinen und zu wenig Personal sind meistens die Gründe für die großen Unfälle auf See.

Müllhalde Weltmeere

Auch die Verschmutzung durch Müll stellt eine immense Gefahr für die Ozeane dar. Durch die Driftströme in den Weltmeeren wird schwimmender Müll wie Tüten, Zigarettenfilter, Plastikflaschen, Verschlüsse und Teller zu großen Teppichen zusammengetrieben. Alleine im Mittelmeer schwimmen etwa 500 Tonnen Plastikteilchen, die schon jetzt nicht mehr zu beseitigen sind.

Mindestens fünf solcher Plastikstrudel gibt es mittlerweile. Der größte Müllteppich, ein Gebiet größer als Westeuropa, schwimmt zwischen Japan und den USA im Kreis. Nach Schätzungen der UN verenden jedes Jahr etwa eine Million Seevögel und hunderttausend Meeressäuger an dem Plastikstücken im Magen.

Artensterben durch Überfischung

Zusätzlich zur Verschmutzung der Meere, gefährdet auch der intensive Fischfanfang die Tierbestände im Salzwasser. Da viele der von Fischessern bevorzugten Arten eine sehr lange Brutzeit haben, können sich ihre Bestände bei starker Fischerei durch Schleppnetze nur schwer erholen. Thunfisch, Makrele und Hecht beispielsweise, stehen längst auf der Greenpeace-Liste der bedrohten Arten.

Klimaerwärmung schluckt Südseeinseln

Neben den Tieren, ist jedoch auch der Mensch bedroht von den stetigen Veränderungen, denen er das Meer aussetzt. Heizt die globale Industrie das Klima durch die Absonderung von Treibhausgasen weiter auf, ist es nur eine Frage Zeit, bis der Meeresspiegel steigt.

Doch bereits ein Anstieg des Wasserpegels um einen Meter hätte katastrophale Folgen. Die Küsten der Niederlanden etwa, die unterhalb des Meeresspiegels liegen, stünden dann unter Wasser. Betroffene Länder anderer Regionen sind Bangladesch, Thailand und die Westküste der USA. Küstenstaaten wie die Malediven würden sogar untergehen.

Tag des Meeres

Unter dem Motto: " Ein Meer, Ein Klima, Eine Zukunft" will die UN mit dem "Tag des Meeres" auf die Bedeutung der Ozeane für das Überleben des Menschen aufmerksam machen.  Die Veranstaltung findet dieses Jahr zum dritten Mal statt und wurde 1992 auf dem Erdgipfel in Rio de Janeiro beschlossen. 

Quelle: anch/csi
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