Tanz und Klatsch beim Bundespresseball: Wo ist Fischer?
zuletzt aktualisiert: 25.11.2000 - 11:07Berlin (dpa). Er kam tatsächlich mit seiner Frau. Eine knappe Stunde ließ Außenminister Joschka Fischer (Grüne) die rund 2 500 Gäste des Bundespresseballs in Berlin warten. Dann erst war die Frage des Abends beantwortet. Hand in Hand, scheinbar um Gerüchte über imaginäre oder tatsächliche Krisen in der noch so jungen Ehe zu zerrütten, kam Fischer mit seiner jungen Frau Nicola Leske ins Interconti. "Kommt Fischer mit oder ohne?" war damit beantwortet.
Auch so gab es am Freitagabend bei dem Höhepunkt gesellschaftlicher Ereignisse nicht nur in der Hauptstadt reichlich Klatsch- und Tratschfutter. Schon am nächsten Tisch wartete ein neues Thema, der nächste Walzer, das pralle Büfett. Die rauschende Ballnacht hatten zuvor Bundespräsident Johannes Rau und die Vorsitzende der gastgebenden Bundespressekonferenz, Tissy Bruns, mit einem leicht geschunkelten Walzer eröffnet. Bruns fand den Tanz "sehr schön". Rau gestand, eigentlich kein Ballmensch zu sein. Er freue sich aber auf "lockere Gespräche an der Bierbar oder wo auch immer".
Handfestes erhoffte sich auch SPD-Generalsekretär Franz Müntefering, den es nach "Bohnen mit Speck" gelüstete. Neben den mehr als 5 000 Austern, 3 000 Hummern und 6 000 Stück Sushi gab es auch gut 2 000 Currywürste.
CDU/CSU-Fraktionschef Friedrich Merz zeigte sich als "großer Ball- Fan". Neben Walzer habe es ihm auch der Rock'n Roll angetan. Tanzen habe mit Kultur zu tun und leiten tue er auf der Fläche, meinte Merz mit Blick auf die Diskussion um "deutsche Leitkultur".
Die bis zu 900 Mark teuren Karten für den Bundespresseball waren seit Wochen ausverkauft. Nach dem Umzug von Bonner Rhein an die Spree trafen sich Medienstars und Politsternchen bereits zum zweiten Mal bei Bundespresseball in Berlin. 1,8 Millionen Mark kostete die lange Ballnacht.
Beherrschende Farbe des Abends war eindeutig schwarz. Doch sorgten die Damen mit Pailletten, Samt oder Seide auch für farbliche Akzente in Rot, Lachs oder Pink. Umrahmt war die "Traumreise" ins Land nicht nur journalistischer Fantasie von Fabelwesen wie Einhorn oder Glücksdrachen und einem Meer von Blumen in Sälen, Foyers und Gängen.
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